"Akt der Solidarität" Schröder empfing Josephs Mutter
Berlin - "Ich denke, dass die Mutter einen Anspruch darauf hat, dass man ihr zuhört und so weit wie möglich hilft", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der die Frau im Willy-Brandt-Haus empfing. Renate Kantelberg-Abdullah, Mutter des kleinen Jungen, sitzt für die SPD im Stadtrat in ihrem Heimatort Sebnitz.
Nach dem Treffen sagte der Kanzler und SPD-Chef: "Es ist für mich selbstverständlich, mit der Mutter des kleinen Joseph zu reden. Ebenso selbstverständlich ist das Mitgefühl mit der gesamten Familie und die Unterstützung gegen rechtsradikale Drohungen und Pöbeleien". Er gehe davon aus, dass alle Beteiligten weiter an einer umfassenden Aufklärung der Vorgänge interessiert seinen. In dem Fall wird nach Angaben der Dresdener Staatsanwaltschaft mit Hochdruck ermittelt.
SPD-Generalsekretär Franz Müntefering nannte das Treffen "einen Akt der Solidarität". Gleichzeitig vermutete er, dass es bislang eine offenbar unzureichende Bereitschaft gebe, den Vorgang aufzuklären. Empörend nannte Müntefering die Beschimpfungen und Pöbeleien, deren die Familie durch Rechtsradikale weiter ausgesetzt sei.
Der Empfang der Mutter des toten Kindes habe nichts mit einer Einmischung in laufende Ermittlungen zu tun, sagte der Kanzler. "Als Parteivorsitzender ist es eine Selbstverständlichkeit, einem Mitglied meiner eigenen Partei die notwendige Aufmerksamkeit zu geben", so Schröder.