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08. Dezember 2007, 22:10 Uhr

Aktion "Licht aus!"

Fünf Minuten Halbdunkel

Brandenburger Tor und Kölner Dom im Dunkeln: Als symbolischen Beitrag zum weltweiten Klimaaktionstag schalteten in ganz Deutschland Bürger und öffentliche Einrichtungen das Licht aus - der Anklang bei Passanten hielt sich jedoch in Grenzen.

Berlin - Deutschlandweite Beteiligung am gemeinsamen Lichtausschalten: Die Aktion "Licht aus!" hat am heutigen Abend zur Halbzeit der Weltklimakonferenz auf der Insel Bali ein Zeichen für mehr Klimaschutz gesetzt. Für fünf Minuten lagen ab 20 Uhr Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor in Berlin, die Dresdner Frauenkirche, Schloss Neuschwanstein oder der Kölner Dom im Dunkeln.

Frankfurter Skyline während der Aktion "Licht aus!": Ein bisschen weniger beleuchtet als sonst
AP

Frankfurter Skyline während der Aktion "Licht aus!": Ein bisschen weniger beleuchtet als sonst

Das öffentliche Interesse schien sich jedoch in Grenzen zu halten - gerade mal ein Dutzend Menschen versammelten sich im Regen vor dem Kölner Dom. Sie applaudierten brav, als das Licht ausging. Auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt blieben kaum Menschen stehen, als die 5000 Lämpchen des Weihnachtsbaumes erloschen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz waren auch Privathaushalte aufgerufen, das Licht auszuschalten.

Die Befürchtungen von Energie-Experten, dass ein schlagartiges Aus- und Einschalten das Stromnetz zusammenbrechen lassen könnte, bestätigte sich nicht, wie die Stromversorger RWE Vattenfall und E.on mitteilten. "Es gab Stromschwankungen, aber die Frequenz ist stabil geblieben", sagte RWE-Sprecher Marian Rappl. Zu Stromausfällen sei es nicht gekommen.

"Keine Probleme", lautete auch das Fazit von Josef Nelles, dem Sprecher der E.on Energie AG in München. Nach Angaben der Energie Baden-Württemberg (EnBW) gab es keine Schwierigkeiten bei der Stromversorgung. Die Schwankungen konnten auch im Nachbarland problemlos ausgeglichen werden, sagte Monika Walser, Sprecherin der Schweizer Netzbetreibergesellschaft Swissgrid, der Nachrichtenagentur SDA.

Die Aktion war von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, WWF und BUND ins Leben gerufen worden. Auch Prominente wie der Sänger Roger Cicero oder Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) unterstützten die Initiative. Aus der Sicht von Klimaforschern hatte die Aktion jedoch lediglich symbolischen Wert. Auch Verbände wie der Naturschutzbund Nabu kritisierten, eine Aktion wie "Licht aus!" gehe nicht weit genug. Sie riefen die Bürger dazu auf, zusätzlich Energiesparlampen zu verwenden und zu Ökostrom-Anbietern zu wechseln.

sto/dpa/ddp/Reuters

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