Kein Scherz Santa Claus in Stadtrat von North Pole gewählt

Ja, ist denn heut' schon Weihnachten? North Pole, ein kleiner Ort mitten in Alaska, hat ein neues Mitglied im Stadtrat: einen Mann mit weißem Rauschebart und rosigen Wangen, der tatsächlich auch noch Santa Claus heißt.

Santa Claus: "Mein Dank geht an alle, die für mich gestimmt haben"
Facebook/ Santa Claus

Santa Claus: "Mein Dank geht an alle, die für mich gestimmt haben"


Santa Claus ist sein offizieller Name - und der 68-Jährige sieht wirklich so aus, wie man sich einen Weihnachtsmann vorstellt: gutmütiger Blick, ein riesiger weißer Bart, gesunde Gesichtsfarbe, einfach ein gemütlicher Typ. Das allein ist eigentlich schon kurios genug. Aber Santa Claus lebt auch noch in einem Ort namens North Pole (Nordpol), südöstlich von Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska.

Doch damit nicht genug: Santa Claus hat jetzt einen neuen Job. Er wurde für die kommenden drei Jahre in den Stadtrat der 2200-Einwohner-Gemeinde gewählt. "Mein Dank geht an alle, die für mich gestimmt haben ... und an alle, die meinen Wahlkampf unterstützt haben", schrieb Santa Claus auf seiner Facebook-Seite. "Ich werde für alle mein Bestes geben!"

Dem Sender ABC News zufolge hatten sich insgesamt drei Kandidaten für zwei freie Plätze im Stadtrat beworben. Laut inoffiziellem Ergebnis erhielt Santa Claus, der als unabhängiger Kandidat antrat, 58 Stimmen. Im Wahlkampf war er in typischem Weihnachtsmannkostüm - roter Mantel, rote Mütze - in North Pole unterwegs gewesen. Womöglich war das der entscheidende Vorteil gegenüber seinen Kontrahenten.

Mönch aus Nevada

Santa Claus hieß nicht immer Santa Claus. Er wurde als Thomas Patrick O'Connor geboren. Doch vor zehn Jahren ließ der Mönch seinen Namen offiziell in Santa Claus ändern. Damals lebte er in Lake Tahoe, Nevada und ließ sich "aus Spaß" einen Bart wachsen. Die Haare wurden länger, weiß - und aus Thomas Patrick O'Connor wurde Santa Claus.

Zunächst spielte er lediglich den Weihnachtsmann für Kinder. Doch dann habe er ein "kristallklares" Zeichen bekommen, seinen Namen zu ändern, sagte Santa Claus der Tageszeitung "USA Today". Auf dem Heimweg sei ein Auto an ihm vorbeigefahren und der Fahrer habe gerufen: "Ich liebe dich, Santa Claus."

Seit 2013 lebt Santa Claus in North Pole. Ein logischer Schritt, schließlich gilt der Nordpol gemeinhin als Heimat des amerikanischen Weihnachtsmanns. Vor seiner Wahl in den Stadtrat war Santa Claus bereits Präsident der Handelskammer von North Pole. Und als Krebspatient unterstützte er die Freigabe von Marihuana zu medizinischen Zwecken. "Ich bin froh, hier zu sein", sagte er laut ABC News. "Es ist eine großartige Gemeinschaft und ich freue mich darauf, ihr zu dienen."

"Das größte Geschenk ist Liebe"

In seinem früheren Leben soll Santa Claus auch schon als Notfallseelsorger, Schauspieler und Hochschuldozent gearbeitet haben. Im vergangenen Jahrzehnt, so schreibt er auf seiner Homepage, habe er sich für Kinderrechte engagiert - und für Einrichtungen, die sich um vernachlässigte, obdachlose oder missbrauchte Kinder kümmern.

Anders als sein Namensvetter nimmt Santa Claus allerdings keine Wunschzettel für Geschenke entgegen. Er bemühe sich das ganze Jahr über, die Weihnachtsbotschaft zu verbreiten: "Das größte Geschenk, das man geben kann, ist Liebe."

Die Ratswahlen in North Pole waren nicht sein erster Versuch, in der Politik Fuß zu fassen. Zu den US-Präsidentschaftswahlen 2012 hatte Santa Claus ebenfalls eine Kampagne gestartet, allerdings ohne großen Erfolg - anders als jetzt auf lokaler Ebene.

Am 26. Oktober wird Santa Claus sein Amt antreten. Für seine Zukunft als einer von sechs Stadträten hat er einige Ideen. Er will seinen Namen vor allem nutzen, um sich für benachteiligte Kinder einzusetzen. Staatliche Stellen anrufen und sich als "Santa Claus aus North Pole" melden - so bekomme man Aufmerksamkeit für seine Anliegen, sagt der 68-Jährige. "Es ist ein wertvolles Mittel, um Gesetze zum Kinderschutz voranzutreiben."

wit/Reuters

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