Nach Erdbeben Retter in Albanien beenden Suche nach Opfern

50 Menschen sind gestorben, 41 liegen noch in Krankenhäusern: Vier Tage nach dem schweren Erdbeben in Albanien wird die Suche nach Opfern eingestellt. Tausende können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Trauerfeier für Erdbebenopfer in Durres: 50 Tote, mehr als 600 Verletzte
Reuters/Florion Goga

Trauerfeier für Erdbebenopfer in Durres: 50 Tote, mehr als 600 Verletzte


Die Rettungskräfte in Albanien haben ihre Suche nach verschütteten Opfern des schweren Erdbebens vom vergangenen Dienstag eingestellt. Die Zahl der Toten sei auf 50 gestiegen, teilte Ministerpräsident Edi Rama mit. 41 Menschen lägen derzeit noch in Krankenhäusern. Das Beben habe knapp 2000 Gebäude beschädigt, Experten müssten weitere 265 begutachten, hieß es.

Bei dem bisher schwersten Erdbeben in dem Balkanstaat seit Jahrzehnten waren mehr als 650 Menschen verletzt worden. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag nach Angaben des Instituts für Geowissenschaften in Tirana zehn Kilometer nördlich der westlichen Hafenstadt Durres und 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Tirana. Durres und das davon rund 40 Kilometer entfernte Thumana gehörten zu den am stärksten betroffenen Städten.

Laxe Bauvorschriften in den schnell wachsenden albanischen Küstenorten könnten zum Ausmaß der Schäden beigetragen haben. In einer Sitzung diskutierte die Regierung nach Angaben Ramas die Ausarbeitung eines neuen Gesetzes, das sicherheitsgefährdende Bauprobleme mit bis zu 15 Jahren Haft ahnden würde.

Auch ältere Häuser seien "schlecht gebaut" und stürzten ein, erklärte die Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V. "Zu Zeiten der Diktatur Enver Hoxhas stand wenig Zement und Stahl zur Verfügung, weil alles für den Bau von Bunkern verwendet wurde." Nun bräuchten die betroffenen Familien fachlichen Rat und Baumaterialien, um ihre Häuser wieder aufzubauen.

Die Behörden setzten ihre Bemühungen fort, Unterkünfte für jene Tausende Menschen zu finden, die wegen des Erdbebens vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Viele Hotels in den betroffenen Gebieten stellten ihre Zimmer zur Verfügung. Dennoch mussten viele Betroffene auf Klappbetten und Matratzen in Schulturnhallen übernachten.

nck/dpa



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