Baden-Württemberg Leichtes Erdbeben auf der Schwäbischen Alb

Im Südwesten Deutschlands hat es in der Nacht ein Erdbeben gegeben. Das Epizentrum lag nahe Albstadt. Die Erschütterungen waren in einem Umkreis von 30 Kilometern zu spüren.

Seismografen-Ausdruck eines Erdbebens in Hessen (Archivbild von 2010)
Fredrik von Erichsen/ DPA

Seismografen-Ausdruck eines Erdbebens in Hessen (Archivbild von 2010)


Ein leichtes Erdbeben hat in der Nacht Teile der Schwäbischen Alb erschüttert. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 3,8 lag nördlich von Albstadt im Zollernalbkreis, auf halbem Weg zwischen Stuttgart und Bodensee, wie der Erdbebendienst Südwest mitteilte. Die Erdstöße um 1.59 Uhr seien vermutlich im Umkreis von etwa 30 Kilometern zu spüren gewesen.

Die Polizei in Tuttlingen meldete, mehrere Bewohner hätten in der Nacht wegen des Erdbebens angerufen. Etwaige Schäden sollten gemeldet werden, hieß es. Bislang seien der Polizei keine Schäden bekannt.

Erst im Sommer hatte die Erde in der Bodenseeregion mehrmals gebebt. Das stärkste Erdbeben erreichte Ende Juli einen Wert von 3,7.

Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

Deutschland befindet sich mitten auf der Eurasischen Platte, Plattengrenzen sind hier weit entfernt - und doch bebt auch hierzulande immer wieder der Boden. Grund sind Brüche und Schwächezonen im Untergrund, die für Probleme sorgen können.

Dass bei Beben aber auch hierzulande durchaus größere Schäden auftreten können, haben etwa die Erschütterungen gezeigt, die im April 1992 in der Grenzgegend zwischen Deutschland und den Niederlanden registriert wurden. Das sogenannte Erdbeben von Roermond hatte damals eine Stärke von 5,3 und verursachte Schäden im dreistelligen Millionenbereich.

Ähnlich heftig hatte die Erde im September 1978 in Albstadt gebebt - damals wurde die Stärke 5,7 auf der Richterskala registriert.

wit/dpa



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