Kamerafrau getötet, Regisseur schwer verletzt Filmdreh mit Alec Baldwin nach tödlichem Vorfall mit Requisitenwaffe gestoppt

Bei den Dreharbeiten für einen Western hat Hauptdarsteller Alec Baldwin offenbar versehentlich eine Kamerafrau tödlich und den Regisseur schwer verletzt. Der Dreh ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
Gegen Alec Baldwin wurde keine Anklage erhoben

Gegen Alec Baldwin wurde keine Anklage erhoben

Foto: Alec Tabak / dpa

Schauspieler Alec Baldwin hat Angaben der Polizei zufolge bei einem Filmdreh in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins sei tödlich verletzt worden. Regisseur Joel Souza, 48, wurde demnach verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an. Strafrechtliche Vorwürfe wurden laut Polizei bislang nicht erhoben.

Nach dem tödlichen Vorfall sind die Dreharbeiten Medienberichten zufolge vorerst ausgesetzt worden. »Die gesamte Besetzung und die Crew sind von der heutigen Tragödie zutiefst erschüttert«, teilte die Produktionsfirma laut US-Medien mit. »Wir haben die Dreharbeiten auf unbestimmte Zeit unterbrochen und kooperieren voll und ganz mit der Polizei von Santa Fe und deren Ermittlungen«, hieß es weiter.

Wie die Polizei berichtete, wurden Halyna Hutchins und Joel Souza »angeschossen und verwundet, als Alec Baldwin eine Schusswaffe abfeuerte, die bei den Dreharbeiten zu dem Film ›Rust‹ verwendet wurde«. Kamerafrau Hutchins wurde demnach ins Krankenhaus geflogen, erlag jedoch ihren Verletzungen.

Archivbild von Halyna Hutchins

Archivbild von Halyna Hutchins

Foto: Fred Hayes / SAGindie / Getty Images

Der 48-jährige Souza sei im Krankenwagen zu einem anderen Krankenhaus gebracht worden. Er werde dort auf der Intensivstation behandelt. »The Hollywood Reporter«  berichtete unter Verweis auf Polizeiangaben, er schwebe in Lebensgefahr.

Regisseur Joel Souza wurde in das Christus St. Vincent Medical Center gebracht

Regisseur Joel Souza wurde in das Christus St. Vincent Medical Center gebracht

Foto: Sam Wasson / Getty Images

Weiterhin zitierte das Blatt einen Sprecher der Produktionsfirma, dass die Waffe, die am Set verwendet worden sei, mit Platzpatronen hätte geladen sein sollen.

Baldwin von Ermittlern befragt

Offenbar gibt es derzeit keine Hinweise auf eine absichtliche Tat. »Herr Baldwin wurde von den Ermittlern befragt«, sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. Er habe die Fragen der Polizisten beantwortet. »Er kam freiwillig und verließ das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte«, sagte der Sprecher weiter. »Es wurde keine Anklage erhoben, und es gab keine Verhaftungen.«

Die Produktionsfirma sprach Hutchins' Angehörigen ihr Beileid aus und versprach dem gesamten Team Unterstützung, um »dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten«.

Der Vorfall hatte sich am Donnerstag bei Dreharbeiten zu dem Western »Rust« auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico ereignet. Baldwin ist bei dem Film als Hauptdarsteller und Produzent an Bord. Regie führt Souza, der zuvor den Cop-Thriller »Crown Vic« (deutscher Titel: »Im Netz der Gewalt«) inszenierte.

kim/dpa/AFP
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