Altötting Papst denkt an seinen Tod

Papst Benedikt XVI. hat auf seinem möglicherweise letzten Besuch in der bayerischen Heimat ans Sterben gedacht. Als er in Altötting die Messe las, ließ er den Blick über den Ort schweifen - und auch seine Gedanken. Plötzlich musste er an den Sensenmann in der Stiftskirche denken.


Altötting – Die Zeit für Benedikt XVI. ist kostbar. Jede Minute seines Besuchs in Bayern kostet er aus. Den vorgesehenen Mittagsschlaf im Marienwallfahrtsort Altötting ließ er ausfallen. Stattdessen ging er mit seinem Bruder Georg in einem Garten spazieren. "Der Heilige Vater freut sich von ganzem Herzen, dass er dort sein darf, wo er viele Jahre gelebt und gewirkt hat", sagte der Passauer Bischof Wilhelm Schraml.

Beim Mittagessen habe der 79-jährige Papst erzählt, dass er während der Messe vor rund 60.000 Menschen in Altötting den Blick über Kirchen und Häuser habe schweifen lassen und an den Sensenmann in der Stiftskirche habe denken müssen, den "Tod von Ötting". Ob dies ein Abschiedsbesuch sei, wollte Schraml nicht bewerten. Das liege in Gottes Hand.

Zuvor hatte der Papst die Bischöfe mit dem Wunsch nach einer Extra-Tour überrascht. "Wir waren schon aufgestellt für den Zug zum Altar", berichtete Schraml. Da habe der Papst plötzlich gesagt: "Der Weg hat sich geändert. Ich möchte nicht den kurzen Weg gehen, sondern den langen." "Mein Eindruck: Der Heilige Vater ist gut beieinander", sagte Schraml. Zum Mittagessen im Kapuziner-Kloster von Altötting habe es Schweinsbraten und Semmelknödel gegeben. "Es hat ihm recht gut geschmeckt", sagte der Bischof.

asc/AP



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