Anetta Kahane Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung tritt ab

Nach fast 25 Jahren gibt Anetta Kahane ihren Vorsitz der Amadeu Antonio Stiftung ab. Sie zieht ein positives Fazit: Heute könne in Deutschland offen über Rassismus und Antisemitismus gesprochen werden.
Anetta Kahane will »diesen operativen Kram« hinter sich lassen

Anetta Kahane will »diesen operativen Kram« hinter sich lassen

Foto: Metodi Popow / IMAGO

1998 hatte Anetta Kahane die Amadeu Antonio Stiftung gegründet. 24 Jahre stand sie als Vorsitzende an der Spitze der Einrichtung, die zivilgesellschaftliche Projekte gegen Rechtsextremismus fördert. Nun soll Schluss sein. »Es fällt mir schwer und leicht zugleich«, sagte Kahane laut einer Vorabmeldung der »taz«.

»Schwer, weil die Leute hier so cool, professionell und einfach toll sind.« Andererseits könne sie nun »diesen operativen Kram« hinter sich lassen. Die 67-Jährige wird ihr Amt am 1. April laut »taz« an Timo Reinfrank, Tahera Ameer und Lars Repp übergeben. Das Trio gehört der Stiftung teils schon länger an.

In dem Gespräch zieht Kahane ein positives Fazit. »In den Neunzigern hatte ich das Gefühl, dass wir diesen Kampf gegen den Rechtsextremismus wirklich verlieren können«, sagte Kahane. Noch schlimmer als die Nazis sei »die Schwäche der Politik und die Schwäche der Leute, die nichts gegen diesen Hass gemacht haben«. Nun sieht sie Erfolge im Kampf gegen Rechtsextremismus. »Heute ist sehr vieles besser, der Diskurs weiter.« Zwar sei die bundesweite Präsenz der AfD »gruselig«. Über Rassismus und Antisemitismus werde aber offen gesprochen. Kahane glaubt, dass die Arbeit zivilgesellschaftlicher Initiativen zu dieser Entwicklung beigetragen hat.

Kahane will weiter eigene Projekte verfolgen

Sie will der Amadeu Antonio Stiftung weiterhin beratend zur Seite stehen. Sie wolle »weiter schreiben, eigene Projekte verfolgen und auch für andere Organisationen da sein, wenn sie das wollen.«

Kahanes Stiftung ist nach Amadeu Antonio Kiowa benannt. Der 1962 geborene Angolaner zählt zu den ersten bekannten Opfern rechtsextremer Gewalt in Deutschland. Er wurde im November 1990 in Eberswalde von Neonazis brutal zusammengeschlagen und erlag Tage später den Folgen des Angriffs (Hier finden Sie einen Artikel zu dem Fall aus dem SPIEGEL-Archiv).

bam
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