Amazonas-Synode in Rom Mehr Macht für die Frau?

Vor der Schlussrunde der Amazonas-Synode empfehlen Bischöfe dem Papst die Weihe von Verheirateten. Auch sollen mehr Frauen in Führungspositionen kommen. Was das genau bedeutet, bleibt schwammig.
Papst Franziskus mit Teilnehmern während der Amazonas-Synode

Papst Franziskus mit Teilnehmern während der Amazonas-Synode

Foto: DPA/AP

Fortschritt oder nicht? Die Bischofssynode im Vatikan hat in den vergangenen drei Wochen zentrale Fragen diskutiert. Wie weit die getroffenen Entscheidungen dabei auf verschiedenen Ebenen in Zukunft reichen, bleibt jedoch abzuwarten.

Für Zündstoff hatte dabei die Frage der sogenannten "Viri probati" gesorgt, also tugendhafter Männer, die in der Region geweiht werden könnten, um den dortigen extremen Priestermangel zu bekämpfen. Die Synode fasst dabei keine verpflichtenden Beschlüsse, sondern gibt dem Papst lediglich Empfehlungen. Dieser verfasst dann ein eigenes Schreiben dazu.

Die Mehrheit der Teilnehmer des Bischofstreffens zu Problemen im Amazonasgebiet, das in Rom stattfindet, schlug vor, "geeignete und anerkannte Männer" in dem Regenwaldgebiet zu katholischen Priestern weihen zu können, auch wenn sie eine Familie haben. Einige Teilnehmer hätten sich auch dafür ausgesprochen, dieses Thema auf "universaler" Ebene anzugehen, heißt es in dem Abschlussdokument. Zugleich stimmten die Synodenteilnehmer für eine neue Diskussion über Frauen in geistlichen Ämtern.

Brennender Regenwald im brasilianischen Amazonasgebiet

Brennender Regenwald im brasilianischen Amazonasgebiet

Foto: BRUNO KELLY/ REUTERS


Über die Frauenfragen stimmten nur Männer ab

Gerade in der Frauenfrage zeigte sich der Richtungsstreit in der Kirche. So sprechen sich die Synodenteilnehmer zwar für mehr Frauen in Führungspositionen aus - was das genau bedeutet, bleibt aber schwammig. Stattdessen erinnert das Papier bei der Frage, ob Frauen zu Diakonninen geweiht werden könnten, an eine Studienkommission, die der Papst schon 2016 dazu eingerichtet hatte. Die Synode wolle sich mit der Kommission austauschen. Über das Abschlussdokument durften nur die Männer abstimmen - was bei den teilnehmenden Frauen Irritationen ausgelöst hatte.

Die Streitthemen Frauen und Priesterweihe für Verheiratete überschatteten das eigentliche Thema der Synode, nämlich die Umweltzerstörung in der Amazonas-Region, die Abholzung des Regenwaldes und die Ausbeutung indigener Völker.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, betonte, die Debatte über die Synode dürfe nicht auf das Thema der "Viri probati" beschränkt werden. Das Überleben der Menschheit stehe im Zentrum. "Es ist Zeit zu handeln, wenn es um die Zukunft der Menschheit geht, der Erde", sagte er. Er empfinde die Synode "als Impuls weiterzudenken, sowohl in der ökologischen als auch in der pastoralen Frage".

Auf der Amazonas-Synode diskutierten Bischöfe und Experten aus Südamerika und anderen Teilen der Welt drei Wochen über die besonderen Herausforderungen der Kirche im Amazonasgebiet und die dortige Umweltzerstörung

flg/dpa
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