Amokfahrt von Berlin Fahrer soll vorläufig in Psychiatrie

Er habe psychische Probleme, leide womöglich an paranoider Schizophrenie: Das sagt die Staatsanwaltschaft über den Amokfahrer von Berlin. Die Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Tat aus.
Das Auto nach der Todesfahrt

Das Auto nach der Todesfahrt

Foto: John MacDougall / AFP

Nach der Todesfahrt in Berlin beantragt die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des Fahrers in einer psychiatrischen Klinik. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, mit. Der sogenannte Unterbringungsbefehl sei in Arbeit. Die Entscheidung eines Ermittlungsrichters werde noch am selben Tag erwartet.

Die Staatsanwaltschaft geht zudem von einer vorsätzlichen Tat aus. Der Mann sei »bewusst mit einem Fahrzeug« in eine erste Gruppe von Menschen an der Ecke Ku'damm und Rankestraße sowie dann auf der Tauentzienstraße in eine Gruppe von Schülern und Lehrern gefahren.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen Mord sowie 31 Fälle von versuchtem Mord vor und außerdem einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Die Mordmerkmale seien Heimtücke und Begehung mit gemeingefährlichen Mitteln, sagte Büchner weiter.

Es habe sich zudem erhärtet, dass eine psychische Erkrankung Anlass sei für die Tat, so Büchner. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen seien Medikamente gefunden worden. Der Beschuldigte habe seine Ärzte von der Schweigepflicht entbunden. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Fahrer an einer paranoiden Schizophrenie leide. Über politische und extremistische Taten sei nichts bekannt. »Aber auch ein Unfall wird sich vor diesem Hintergrund ausschließen lassen«, sagte Büchner.

Mordkommission ermittelt

»Die Ermittlungen werden von der Mordkommission geführt und laufen auf Hochtouren«, hatte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zuvor im Abgeordnetenhaus gesagt. Noch am Mittwochabend hatte die Polizei die Wohnung des Mannes durchsucht.

sak/dpa
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