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Rezepte für den Krisenfall Amt für Bevölkerungsschutz will "Notfallkochbuch" herausgeben

Elektrische Küchengeräte und Wasser sind nicht nötig: Eine Bundesbehörde plant ein Kochbuch mit "nahrhaften Mahlzeiten" für den Krisenfall.
aus DER SPIEGEL 8/2020

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) will ein "Notfallkochbuch" für die Bevölkerung herausgeben. Darin sollen Rezepte aufgelistet sein, die im Krisenfall eine "nahrhafte Mahlzeit" ergeben würden - etwa bei einem längeren Stromausfall. Elektrische Küchengeräte sind zur Zubereitung ebenso wenig vonnöten wie Leitungswasser.

Dass ein solches Buch Panik schüren könnte, weist das BBK zurück. Man sehe das Buch, das gemeinsam mit anderen Organisationen herausgegeben werden solle, als eine "niedrigschwellige Möglichkeit, mit der Bevölkerung über Notfallvorsorge ins Gespräch zu kommen", so eine Sprecherin. Rezeptideen können eingereicht und sollen dann in Form eines Wettbewerbs gesammelt werden.

Umfragen zeigten, dass Bürgerinnen und Bürger nicht flächendeckend Notfallvorräte angelegt hätten. Auch der Vorstellungstermin am 19. Februar sei bewusst datiert worden. Vor einem Jahr gab es in Berlin-Köpenick einen längeren Stromausfall.

Die Bundesregierung hat im August vor vier Jahren ein Zivilschutzkonzept beschlossen - zum ersten Mal seit 20 Jahren.

Unter anderem wird die Bevölkerung angehalten, einen Lebensmittelvorrat für einen Zeitraum von zehn Tagen vorzuhalten. Für einen Zeitraum von fünf Tagen sollten die Bürger je zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag lagern.

Die Opposition hatte der Koalition damals Panikmache vorgeworfen. Das Innenministerium verwies in der Debatte auch auf bereits bestehende Ratschläge des BBK.

mum
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