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Andrew Bedwell Irrer Abenteurer

aus DER SPIEGEL 25/2022
Foto:

Tom Maddick / SWNS / action press

Seine Frau denke, er sei irre, sagt der Mann, der den Atlantik in einem Miniboot überqueren will, um einen Rekord aufzustellen. Man kann es ihr nicht verübeln. Der Extremsegler Andrew Bedwell, 48, plant einen 90-Tage-Trip mit einem Spezialboot, das nicht viel länger als ein Meter ist und damit das kleinste wäre, das je diese Tour gemacht hat. Sein Einsatz soll Menschen animieren, für die Krebsforschung zu spenden. Im Mai nächsten Jahres will der Brite im kanadischen Neufundland die Leinen losmachen und nach Cornwall segeln. Die Frage nach Gesellschaft stellt sich nicht, das Boot ist kaum groß genug, um den Abenteurer zu beherbergen. Der Proviant in Form von Proteinriegeln wird in jede noch so winzige Lücke gequetscht, Bedwells Sitz und sogar die Bordaußenwände werden bestückt. »Es wird ziemlich grässlich schmecken«, verriet Bedwell dem »Telegraph«, aber viel kann er davon ohnehin nicht essen: Pro Tag gibt es nicht mehr als 1000 Kalorien. Bei ruhigem Wetter muss er aus seiner wasserdichten Kabine herausklettern, um mit Übungen drohendem Muskelschwund entgegenzuwirken; bei Sturm wird er ziemlich herumgewirbelt, eine Achterbahn sei da weniger gefährlich: »Wellen können furchtbare Dinge tun.« Eine Kollision mit einem Wal könnte ebenfalls unangenehm werden. Aber er habe sich nun mal in den Kopf gesetzt, etwas wirklich Erstaunliches zu tun, bevor er 50 Jahre alt ist, sagte Bedwell. Ganz unbeschwert geht er die Sache nicht an: Wahrscheinlich werde er sich den größeren Teil der Reise die Daumen drücken, dass alles gut geht.

ks
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