Angebliche Spionage Russischer Atomwaffen-Experte zu 15 Jahren Haft verurteilt

Ein russischer Wissenschaftler soll der CIA streng geheime Informationen über Kampfflugzeuge und Atom-U-Boote geliefert haben: Ein Geschworenengericht hat den Mann jetzt zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt - obwohl die verratenen Geheimnisse öffentlich zugänglich gewesen sein sollen.


Moskau - Die zwölf Geschworenen waren sich einig: "Schuldig des Staatsverrats" lautete das Urteil gegen den 39 Jahre alten Igor Sutyagin. Der Nuklearwaffen-Experte war beschuldigt worden, Top-Secret-Daten über Militärjets und atomgetriebene Unterseeboote an den Westen verkauft zu haben.

Abnehmer der Informationen war nach Ansicht der Jury die CIA. Sie soll hinter der britischen Firma "Alternatives Futures" stecken, an die Sutyagin seine Informationen verkaufte.

Den Informationsaustausch an sich bestreitet der Verurteilte gar nicht. Er habe jedoch nicht spioniert, sagte Sutyagin, sondern lediglich öffentlich zugängliche Daten analysiert. Vor Gericht fand der Wissenschaftler mit diesem Argument allerdings kein Gehör.

Sutyagins Anwalt und die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichneten den Prozess als "unfair und manipuliert". Der Russische Inlandsgeheimdienst FSB habe Druck ausgeübt, um eine Verurteilung Sutyagin zu erreichen.



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