Angriff auf Polizisten Tatwaffe Leguan

Mit einer tierisch gefährlichen Waffe hat eine Frau auf der südenglischen Isle of Wight gewütet: Mit ihrer Riesenechse "Igwig" als Wurfgeschoss griff die Betrunkene Kneipengäste und Polizisten an.


Beliebtes Haustier: Leguan
DPA

Beliebtes Haustier: Leguan

Newport - Für britische Zeitungen ist es der "erste bekannte Fall von gemeinschaftlichem Angriff durch Leguan-Werfen": In einem Pub auf der Isle of Wight wollte die im Ort als "Eidechsenlady" bekannte Susan Wallace zunächst die anderen Gäste an ihrer Tierliebe teilhaben lassen. Nach Zeugenaussagen setzte sie mehreren Kneipengästen das ein Meter lange Tier einfach auf Kopf und Schultern.

Als der davon wenig begeisterte Türsteher die 47-Jährige vor die Tür setzen wollte, reagierte diese rabiat: Die "Eidechsenlady" trat kräftig um sich und klatschte dem Aufpasser zweimal ihren schuppigen Liebling ins Gesicht. Wenig ladylike schlug sie noch eine Fensterscheibe ein und torkelte dann freiwillig zur nächsten Polizeistation.

Die Beamten auf der Wache hätten die um den Hals gelegte Echse zuerst für einen "neon-bunten Schal" gehalten, berichtete die britische Tageszeitung "The Guardian". Zumindest so lange, bis Susan Wallace den Leguan von den Schultern nahm und auf die Polizisten warf. Der Treffer zeigte wenig Wirkung: Bei dem Angriff verletzte sich vor allem die Waffe - "Igwig".

Vor Gericht gab die "Eidechsenlady" jetzt ihre Zechtour zu. Den Vorwurf der Tierquälerei wies sie aber zurück: Das Tier sei von selbst auf die Polizisten losgesprungen, um sie zu verteidigen. Die Richter kannten keine Gnade, Susan Wallace darf ihre Echse vorerst nicht behalten. Außerdem drohen ihr bei der endgültigen Urteilsverkündung im April bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 8000 Euro.



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