Angst vor Lungenkrankheit Anwohner entziehen sich Quarantäne

Um die gefürchtete Lungenkrankheit SARS einzudämmen, haben die Behörden in Hongkong einen ganzen Häuserblock unter Quarantäne gestellt. Etlichen Anwohnern gelang jedoch zuvor die Flucht. Auch in der kanadischen Millionenstadt Toronto haben die Behörden den Gesundheitsnotstand verhängt.


SARS-Alarm in Hongkong: Mundschutz gegen Killervirus
DPA

SARS-Alarm in Hongkong: Mundschutz gegen Killervirus

Hongkong/Toronto - In Hongkong geht die Angst vor der Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit SARS um: Nun haben die Behörden einen ganzen Wohnblock unter Quarantäne gestellt, in dem mehr als 200 Menschen leben. Aus Angst sich zu infizieren, verließen viele Familien den Komplex jedoch, bevor die Abschirmungsmaßnahmen griffen. Allein in der Millionenstadt wurden inzwischen 92 neue SARS-Fälle gezählt. Damit stieg die Zahl der Infizierten allein in Hongkong auf mehr als 620. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, um festzustellen, ob es (das Virus) durch die Luft oder die Wasserversorgung verbreitet wird", sagte eine Regierungssprecherin.

Wie in Hongkong blieben auch in Singapur am Montag die Schulen geschlossen. Dort sind 945 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. Die Behörden schickten Krankenschwestern zum Flughafen, um eintreffende Flugreisende zu untersuchen. Reisende haben das SARS-Virus in den vergangenen Wochen nach Hongkong, Kanada, Singapur und Vietnam getragen, nachdem es erstmals im Süden Chinas aufgetreten war.

In der kanadischen Millionenmetropole Toronto haben die Behörden den Gesundheitsnotstand verhängt. Zwei Krankenhäuser wurden für neue Patienten geschlossen, hunderte Menschen stehen in ihren Häusern unter Quarantäne. In Toronto starben bislang vier Menschen an den Folgen der Erkrankung. Die meisten der 100 SARS-Verdachtsfälle in Kanada wurden im Großraum Toronto registriert.

SARS-Fälle sind auch in den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien, Japan und Taiwan aufgetreten. 59 Menschen sind bislang an der Krankheit gestorben, davon allein 13 in Hongkong. Mehr als 1600 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert.



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