Angst vor Terror Legendäre Goa-Strandpartys fallen aus

Freie Liebe unter Palmen und nächtelanges Tanzen im Sand: Besonders an Weihnachten werden die Strände des indischen Bundesstaats Goa von westlichen Touristen überschwemmt. Dieses Jahr wohl nicht: Aus Angst vor neuen Terroranschlägen hat die indische Regierung jegliche Party-Aktivität untersagt.

Panaji - Aus Angst vor neuen Anschlägen hat die Regierung des indischen Bundesstaats Goa alle Strandpartys während der Feiertage zum Jahresende abgesagt. Zwischen dem 23. Dezember und 5. Januar seien alle Feiern an den Stränden des Urlauberparadieses verboten, sagte Goas Regierungschef Digamber Kamat am Samstag der Presse.

Polizeioffizier Kishan Kumar sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Es gibt offensichtlich Sicherheitsbedenken, aber momentan können wir nichts Genaueres dazu sagen."

Der kleinste indische Bundesstaat mit seinen Traumstränden liegt 600 Kilometer südlich von Mumbai, wo bei einer Anschlagsserie Ende November mindestens 172 Menschen getötet wurden, darunter 26 Ausländer.

2,6 Millionen Urlauber, darunter 400.000 aus dem Ausland, kommen jährlich nach Goa. Die ehemalige portugiesische Kolonie gilt als besonders fremdenfreundlich und europäisch geprägt und wurde unter anderem aus diesem Grund in den sechziger Jahren zum beliebten Reiseziel der Hippie-Bewegung. Goa-Partys wurden zum Inbegriff der freien Liebe unter Palmen. Partys in den Küstenstädten Goas dauern - auch dank hoher Drogenfrequenz - oft nächtelang. Gerade an christlichen Feiertagen strömen die Touristenmassen besonders stark nach Goa.

Die Entscheidung der Regierung werde sicher Auswirkungen auf den Tourismus haben, sagte ein in Goa ansässiger Anwalt der Agentur AFP. Schließlich stehe Weihnachten und damit die Hochsaison vor der Tür.

Seit den Anschlägen ging die Zahl der Buchungen bereits spürbar zurück. Zahlreiche westliche Staaten wie die USA, Großbritannien und Australien raten ihren Bürgern an den Feiertagen von Reisen nach Goa ab. Israel warnt schon seit Jahren vor möglichen Anschlägen auf die dortigen Touristenhochburgen. Indien hat seine Sicherheitsvorkehrungen vor allem in den Küstenregionen verstärkt. Die Mumbai-Attentäter waren auf dem Seeweg nach Indien gelangt.

bor/Reuters/AFP
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