Angst vor Tropensturm "Alberto" bedroht Florida

Kurz nach Beginn der neuen Hurrikan-Saison bedroht bereits der erste Wirbelsturm Florida. Mehr als 20.000 Bewohner an der Golfküste wurden aufgefordert, sich vor "Alberto" in Sicherheit zu bringen. Gouverneur Jeb Bush rief bereits den Notstand aus.


Cedar Key - "Alberto" nähert sich mit Windgeschwindigkeiten bis 113 Kilometern pro Stunde der Küste. Er droht als Hurrikan der niedrigsten Stufe eins nördlich von Tampa auf Land zu treffen.

Vorbereitungen auf "Alberto": Notstand in Florida
REUTERS

Vorbereitungen auf "Alberto": Notstand in Florida

Hausbesitzer versorgten sich mit Kettensägen, Spanplatten und Notvorräten. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema stellte Busse zum Transport von bedrohten Bewohnern bereit. Von der Evakuierungsanordnung der Behörden waren 20.000 Menschen in Wohncontainern und niedrig gelegenen Gebieten in mindestens fünf Küstenbezirken betroffen.

"Die Menschen müssen es ernst nehmen", appellierte Gouverneur Jeb Bush an die Bewohner. Der Bruder des US-Präsidenten rief den Notstand aus, um vorsorglich die Nationalgarde aktivieren und gegen Preistreiberei vorgehen zu können. Zuvor hatte das Hurrikan-Zentrum in Miami vor einer Sturmflut von bis zu drei Metern, schweren Regenfällen und Tornados gewarnt.

Sollte "Alberto" wirklich Hurrikan-Stärke erreichen, wäre es das erste Mal seit 40 Jahren, dass ein Hurrikan so zeitig zu Beginn der Saison auf Land trifft. Hurrikan "Alma" hatte sich am 4. Juni 1966 formiert und auf seinem Zerstörungszug rund 90 Menschen, den meisten davon in Honduras, das Leben gekostet.

Gestern hatte "Alberto" dem Westen Kubas heftige Regenfälle gebracht. Einige baufällige Gebäude stürzten ein, tiefliegende Gebiete in der Hauptstadt Havanna wurden überflutet. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor.

Die Hurrikan-Saison im Atlantik beginnt jeweils am 1. Juni und dauert bis zum 30. November. Die letzte Saison war mit 28 Stürmen und 15 Hurrikane die folgenschwerste in der Geschichte. Allein der Hurrikan "Katrina" kostete in Louisiana mehr als 1500 Menschen das Leben und zerstörte weite Teil von New Orleans.

als/AP/reuters



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