Nach Protesten Hersteller nimmt Schale mit lächelnder Anne Frank vom Markt

Man habe positive Erinnerungen an niederländische Szenen und Helden wecken wollen, erklärte ein Geschirrhersteller. Doch eine lächelnde Anne Frank auf einer Schale neben Windmühle und Pudding – das kam bei vielen nicht gut an.
Ein Bild von Anne Frank in einer Sonderausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Ein Bild von Anne Frank in einer Sonderausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Foto:

Peter Steffen/ dpa

Ein Geschirrhersteller in den Niederlanden hat eine Schale mit dem Bild einer lächelnden Anne Frank nach Protesten aus dem Verkauf genommen.

Die Serie »Holländischer Ruhm«, zu der die Schale gehöre, habe positive Erinnerungen an niederländische Szenen und Helden wecken sollen, teilte die Firma Blond Amsterdam mit . Leider sei dieses Gefühl nicht bei allen so angekommen: »Wir finden das sehr ärgerlich und sind schockiert.« Auf der Schale war die lächelnde Anne Frank mit ihrem Tagebuch in der Hand neben einer Windmühle, Schlittschuhen und niederländischem Pudding abgebildet.

»Ein fröhliches Bild von Anne Frank auf einer Kaffeetasse mit dem Thema ›Holländischer Ruhm‹ ist in der Tat sehr unpassend«, reagierte das Informations- und Dokumentationszentrum Israel (CIDI) in den Niederlanden. »Das ist nicht der Kontext, in dem man sich an sie erinnern sollte. Und leider war ihr Schicksal nicht gerade ein Beispiel für ›Holländischen Ruhm‹.« Die Schale solle besser aus dem Handel genommen werden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In sozialen Medien hatte es massive Kritik gegeben. »Anne Frank auf kitschigem Geschirr«, schrieb eine Nutzerin, »es ist wirklich wahr«. Sie ergänzte, dass die Familie Frank 1939 die niederländische Staatsbürgerschaft beantragt, aber nicht erhalten habe. »Die Geschichte von Anne Frank ist eine tragische Geschichte, die nichts mit ›Holländischem Ruhm‹ zu tun hat«, schrieb eine weitere Nutzerin.

Frank (1929-1945) lebte zwei Jahre lang mit ihrer Familie und vier anderen Juden in einem Hinterhaus in Amsterdam im Versteck vor den deutschen Nationalsozialisten. Dort schrieb sie ihr heute weltberühmtes Tagebuch. 1944 wurde das Versteck verraten, und die Bewohnerinnen und Bewohner wurden in Konzentrationslager deportiert. Nur Franks Vater Otto überlebte.

sak/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.