Anne Heche Sexueller Missbrauch trieb sie in die Arme einer Frau

Mit Ellen DeGeneres bildete Schauspielerin Anne Heche das berühmteste Lesbenpaar Hollywoods. Nun hat die 32-Jährige einen Mann geheiratet. Was führte zu dem Wandel?


Heche (links): Flüchtete sich zu Degeneres
AP

Heche (links): Flüchtete sich zu Degeneres

Los Angeles - Nach eigener Aussage ist Heche wegen des sexuellen Missbrauchs durch ihren Vater in ihrer Kindheit in den Wahnsinn getrieben worden. Sie habe geglaubt, Gott spreche in einer speziellen Sprache zur ihr, sagte die 32-Jährige in einem Interview mit dem US-Sender ABC.

Heche hatte 1997 für Schlagzeilen gesorgt, als sie öffentlich bekannte, lesbisch zu sein. Im Jahr 2000 trennte sie sich von ihrer langjährigen Partnerin, der Komikerin Ellen DeGeneres. Am vergangenen Wochenende heiratete sie dann den 27-jährigen Kameramann Coleman Laffoon.

Um mit dem Missbrauch umgehen zu können, habe sie eine gespaltene Persönlichkeit entwickelt, sagte Heche dem US-Sender. "Ich nannte mein anderes Ich 'Celestia'. Ich glaubte, ich sei von einem anderen Planeten. Ich denke, ich war wahnsinnig." Erst nach einer siebenjährigen Therapie habe sie ihre gespaltene Persönlichkeit überwunden.

Heche berichtete auch von dem sexuellen Missbrauch durch ihren Vater, der 1983 an Aids starb. Der Leiter eines Kirchenchores habe sie bis zum zwölften Lebensjahr missbraucht. "Ich erinnere mich, dass ich häufig mit ihm ins Bett ging. Ich ging durch die Hölle, dachte, ich muss sterben." Manchmal habe sie tatsächlich sterben wollen, erinnerte sich Heche. "Mein Vater wird für mich immer unbekleidet vor mir stehen und mich ins Bett winken, als sei ich seine Geliebte."

Alles was sie in ihrem Wahnsinn unternommen habe, habe sie getan, um von ihren Eltern geliebt zu werden, resümierte Heche. "Mein Vater liebte Filmstars. Ich entschied mich, berühmt zu werden, um seine Liebe zu bekommen. Meine Mutter liebte Jesus, so wollte ich Jesus Christus sein." Einmal habe sie am Telefon versucht, mit ihrer Mutter über den Missbrauch durch ihren Vater zu reden, doch die Mutter habe einfach aufgelegt.

Im Grunde sei sie nie lesbisch gewesen, sagte Heche. Sie habe sich auf Grund ihrer Erfahrungen in die Arme einer Frau geflüchtet.



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