Anschlag Bombenexplosion in Rom

In der Nähe des Innenministeriums in Rom ist am frühen Dienstagmorgen eine Bombe explodiert. Ob die Tat im Zusammenhang mit der Terrororganisation al-Qaida steht, ist noch unklar.


Rom: Explosion nahe des Innenministeriums
REUTERS

Rom: Explosion nahe des Innenministeriums

Rom - Bei der Detonation der Bombe gegen 4.30 Uhr kam es zu erheblichem Sachschaden. Einige parkende Autos wurden beschädigt. Zudem zerstörte der Sprengsatz nach Angaben des staatlichen italienischen Fernsehens zahlreiche Fensterscheiben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Sprengsatz an einem Motorroller befestigt war. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Eine Verbindung zu möglichen Gefolgsleuten der vergangene Woche in Rom verhafteten Marokkaner wurde bislang nicht hergestellt. Die Verhafteten hatten nach Angaben der italienischen Behörden offenbar einen Anschlag auf die US-Botschaft in Rom geplant. Unter der Botschaft hatte die Polizei Gänge entdeckt, die angeblich dazu dienen sollten, Bomben zu platzieren.

In einem Kanal, der drei Metern unter der Erdoberfläche zur US-Botschaft in der zentralen Via Veneto führt, wurde in einer Mauer eine 60 Zentimeter große Öffnung entdeckt. Der vermutlich von den Terroristen herausgebrochene Tunnel sei somit groß genug, dass eine Person sich hätte hindurchwinden können. Die Behörden gehen davon aus, dass die Terroristen dort noch im Februar ein Gemisch aus Sprengstoff und giftigen Chemikalien explodieren lassen wollten.

Ein Sprecher der Polizei sagte laut dem "Hamburger Abendblatt": "Wir konnten den Anschlag in letzter Sekunde verhindern. Es hätte unter den Angestellten der Botschaft und in der Umgebung mehr als tausend Tote und Verletzte geben können."

Nach Medienberichten vermuten die Behörden, dass die festgenommenen Männer nur die Vorarbeiten geleistet hätten. Vermutlich sollte ein weiteres Terrorkommando das Attentat durchführen, das aber noch nicht vor Ort gewesen sei. Der "Corriere della Sera" schrieb unter Berufung auf Ermittler, der Anschlag sei möglicherweise Tage, wenn nicht Stunden entfernt gewesen.

Möglich ist auch, dass die Roten Brigaden hinter dem Anschlag stehen. Sie hatten sich vor einigen Monaten in einem Schreiben zurückgemeldet und Anschläge angedroht. Die linksextremistische Gruppe ist für die Terrorwelle in den siebziger Jahren verantwortlich. Damals waren Dutzende Menschen umgebracht worden.



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