Chronologie des Anschlags von Boston Fünf Tage Ausnahmezustand

Drei Menschen starben, mehr als 260 wurden verletzt: Der Anschlag auf den Marathon in Boston erschütterte die USA. Die Flucht der mutmaßlichen Täter Tamerlan und Dschochar Zarnajew hielt das Land in Atem. Ein Protokoll der dramatischen Tage im April.


Montag, 15. April 2013: Der Anschlag

Explosion im Zielbereich: Der Anschlag auf den Marathon in Boston
REUTERS/ Dan Lampariello

Explosion im Zielbereich: Der Anschlag auf den Marathon in Boston

Am frühen Nachmittag (Ortszeit) explodieren innerhalb weniger Sekunden im Zielbereich des traditionsreichen Boston-Marathons zwei Bomben. Der achtjährige Martin Richard, die Chinesin Lingzi Lu und die Restaurantmitarbeiterin Krystle Campbell sterben. 264 Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

Donnerstag, 18. April 2013: Die Fahndung

Drei Tage nach dem Anschlag veröffentlicht das FBI zwei Fahndungsfotos
AFP/ FBI

Drei Tage nach dem Anschlag veröffentlicht das FBI zwei Fahndungsfotos


Das FBI präsentiert erste Bilder der Verdächtigen: zwei junge Männer, der eine mit schwarzer, der andere mit weißer Baseballkappe. Die Verdächtigen werden schließlich als die tschetschenischstämmigen Geschwister Tamerlan und Dschochar Zarnajew identifiziert.

Nacht auf Freitag, 19. April: Die Flucht

Polizeieinsatz in Watertown westlich von Boston
REUTERS

Polizeieinsatz in Watertown westlich von Boston


Auf dem Gelände der Eliteuniversität MIT in Cambridge kommt es zu einer Schießerei. Ein Polizist wird getötet, vermutlich von den Brüdern Zarnajew. Kurz darauf zwingen die beiden einen Autofahrer, ihnen seinen Wagen zu überlassen. Die Brüder flüchten nach Watertown, eine Stadt westlich von Boston. Sie liefern sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Freitag, 19. April 2013: Tamerlans Tod und Dschochars Festnahme

Ein Roboter untersucht das Auto, mit dem die Verdächtigen geflohen waren
Demotix

Ein Roboter untersucht das Auto, mit dem die Verdächtigen geflohen waren


Der ältere Bruder Tamerlan Zarnajew, 26, stirbt bei der Verfolgungsjagd. Die Todesursache sollen mehrere Schusswunden an Rumpf und Gliedmaßen sowie Traumata an Kopf und Körper gewesen sein. Die mutmaßlichen Terroristen hatten sich ein Feuergefecht mit der Polizei geliefert. Der 19-jährige Dschochar entkommt.

Einsatzkräfte in Watertown: Jagd auf Dschochar Zarnajew
AP

Einsatzkräfte in Watertown: Jagd auf Dschochar Zarnajew

10.000 Einsatzkräfte suchen nach Dschochar Zarnajew: Die Bewohner von Watertown müssen fast 24 Stunden in ihren Häusern bleiben, mehrere Straßenzüge werden evakuiert. Die Einsatzkräfte finden Zarnajew schließlich nach dem Hinweis eines Anwohners schwerverletzt, versteckt in einem Boot in einem Garten. Es kommt noch einmal zu Schüssen. Offenbar hat Zarnajew sich auch selbst verletzt.

Der Verdächtige Dschochar Zarnajew in seinem letzten Versteck
AP/ Massachusetts State Police

Der Verdächtige Dschochar Zarnajew in seinem letzten Versteck

Um 20.58 Uhr (Ortszeit) twittert Bostons Polizei: "Gefangen!!! Die Jagd ist beendet. Der Terror ist vorbei. Und die Gerechtigkeit hat gesiegt."

27. Juni 2013: Anklage gegen Dschochar Zarnajew erhoben

Dchochar Zarnajew auf einem undatierten FBI-Foto: Mutmaßlicher Attentäter
DPA/ FBI

Dchochar Zarnajew auf einem undatierten FBI-Foto: Mutmaßlicher Attentäter


Gegen Dschochar Zarnajew wird Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm insgesamt 30 Anklagepunkte zur Last, darunter vierfacher Mord und der Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe. Auf 17 der Anklagepunkte stehen die Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Nicht detailgetreue Zeichnung aus dem Gerichtssaal: "Nicht schuldig", sagt Zarnajew
AP

Nicht detailgetreue Zeichnung aus dem Gerichtssaal: "Nicht schuldig", sagt Zarnajew

10. Juli 2013: Erste Anhörung vor Gericht

Verlesung der Anlageschrift, Dschochar Zarnajew erscheint vor Gericht. Er bekennt sich "nicht schuldig". Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest.

gam/hut/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Dr.pol.Emik 10.07.2013
1. Warum die Revue?
Um etwaige Zweifel am Hergang zu zerstreuen? Den totalen Lockdown einer Stadt zu demonstrieren bei dem dem die Bürger wie Vieh aus den eigenen Häuser getrieben werden. Kriegszustand im eigenen Land. So martialisch wie es dabei herging, könnte man es gerne auch als Generalprobe für größere Dinge gelten lassen. Wohler wird einem dabei nicht. Oder sollte man doch besser den seitlichen Unterhaltungseffekt der Show betonen, so wie diese Meldung: *Sarah Palin fordert Invasion der Tschechischen Republik* (http://qpress.de/2013/04/23/sarah-palin-fordert-invasion-der-tschechischen-republik/) … in jedem Falle unterhaltsamer und viel weniger beängstigend. Dazu ein feines Schlaglicht auf die Denkkraft vieler Zuschauer, wobei der Seitenhieb auf die Superintelligenz Palin natürlich eher satirisch zu verstehen ist.
thechosenfew 10.07.2013
2. Hmmmm...
... Word!
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