Infektionsrisiko für 75 Wissenschaftler Anthrax-Alarm im Labor der US-Gesundheitsbehörde

Ausgerechnet in einem Labor der US-Regierung: Zahlreiche Wissenschaftler in Atlanta sind möglicherweise dem gefährlichen Anthrax-Bakterium ausgesetzt worden - Ursache war offenbar ein Fehler bei der Arbeit mit dem Erreger.

Milzbrand-Erreger: Zwischenfall in einem Labor in Atlanta
Corbis/ Kunkel Microscopy

Milzbrand-Erreger: Zwischenfall in einem Labor in Atlanta


Atlanta - In einem Labor der US-Regierung in Atlanta hat es einen Zwischenfall gegeben, der schwerwiegende Folgen haben könnte: 75 Wissenschaftler sind dort möglicherweise mit dem gefährlichen Milzbrand-Erreger in Berührung gekommen, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC (Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention) am Donnerstag mit. Der Vorfall soll sich bereits am 13. Juni ereignet haben.

Die Wissenschaftler wollten den Angaben zufolge das lebende Bakterium in einem Hochsicherheitslabor abtöten. Dieses misslang jedoch. Dennoch brachten die Forscher die Proben mit lebenden Bakterien aus dem Hochsicherheitslabor in einen weniger geschützten Bereich, der nicht für den Umgang mit lebendem Milzbrand ausgestattet war.

"Keiner der Mitarbeiter hat bis jetzt Symptome einer Milzbrand-Erkrankung gezeigt", sagte der für Arbeitssicherheit zuständige CDC-Direktor Paul Meechan der Nachrichtenagentur Reuters. Die normale Inkubationszeit in solchen Fällen betrage fünf bis sieben Tage, es gebe aber auch dokumentierte Fälle, in denen die Krankheit erst 60 Tage nach dem Kontakt mit dem Erreger ausbreche.

Den betroffenen Wissenschaftlern, von denen rund sieben in direkten Kontakt mit dem Milzbrand-Erreger gekommen sein sollen, wurde eine Antibiotika-Behandlung angeboten, ebenso eine Milzbrand-Impfung. Das CDC ist vergleichbar mit dem Robert-Koch-Institut, dem deutschen Bundesinstitut für Infektionskrankheiten.

Ob der Vorfall das Resultat von Fehlern im Arbeitsablauf war oder mit Absicht ausgelöst wurde, war zunächst unklar. Alle Mitarbeiter, die mit Erregern wie dem Milzbrand-Bakterium arbeiten würden, hätten sich bei ihrer Einstellung einer Sicherheitsprüfung unterziehen müssen, sagte CDC-Direktor Meechan. Sie würden als "stabile, vertrauenswürdige Personen" gelten. Eine interne Untersuchung soll nun Klarheit über den Fall schaffen.

"Das hätte nicht passieren dürfen", sagte der CDC-Direktor der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir nehmen uns der Sache an. Wir setzen unsere Leute keiner Gefahr aus".

Milzbrand ist ein Erreger, der sich in verschiedenen Bereichen des Körpers ausbreiten kann. Beim Hautmilzbrand entsteht nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) an der infizierten Stelle zunächst eine schmerzlose Entzündung. Später entwickeln sich Blasen und Geschwüre. Die Entzündung kann sich auf die Lymphbahnen ausweiten und so eine lebensgefährliche Blutvergiftung hervorrufen.

Beim Lungenmilzbrand kommt es zu anfänglichen Beschwerden, die einem grippalen Infekt ähneln. Schlimmstenfalls kommt es nach wenigen zu einer Sepsis und zum Versagen von Lunge und dem Herz-Kreislauf-System. Bei einer Infektion des Magen-Darm-Trakts kann es bei fortgeschrittener Krankheit zu blutigem Durchfall kommen, der den Angaben zufolge mit Antibiotika schwer zu behandeln ist.

jbe/Reuters



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hierundjetzt59 19.06.2014
1.
Zitat von sysopCorbis/ Kunkel MicroscopyMilzbrand-Alarm in einem Labor der US-Regierung: Zahlreiche Wissenschaftler in Atlanta sind möglicherweise dem gefährlichen Anthrax-Bakterium ausgesetzt worden - Ursache ein Fehler bei der Arbeit mit dem Erreger. http://www.spiegel.de/panorama/milzbrand-in-den-usa-wissenschaftler-kommen-mit-lebendem-anthrax-in-kontakt-a-976275.html
Zeus vertraute einst Pandora eine Büchse an.......... ....den Rest kennen wir ja. gruss
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