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April Benayoum Wie befreit

aus DER SPIEGEL 6/2022
Foto:

Loic Venance / AFP

Wer ist die Schönste der ganzen Welt? Im März soll diese Frage in Puerto Rico geklärt werden, und die Französin April Benayoum, 22, beansprucht den Titel der Miss World für sich. Dafür reicht es längst nicht mehr, nur gut auszusehen. Gefragt sind auch innere Werte und soziales Engagement. Ursprünglich wollte sie sich für den Umweltschutz stark­machen, doch dann verkündete sie: »Ich werde mich gegen Diskriminierung und Mobbing einsetzen. Das ist jetzt Teil meines Lebens.« Der Grund: Sie war bei den Wahlen zur Miss France 2021 in den sozialen Medien zur Zielscheibe antisemitischer Beschimpfungen geworden, nachdem sie erzählt hatte, dass sie israelische Wurzeln habe. Benayoum, schockiert und wütend, stellte Anzeige. Die Täter wurden im September zu zwei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Sie habe sich nach dem Urteil wie befreit gefühlt, erklärte sie später. Sie hofft, dass ihr Fall anderen Opfern Hoffnung gibt. Das Urteil zeige, dass man sich nicht einfach hinter einem Compu­ter verstecken und ungestraft Hass verbreiten könne.

PE
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