Aprilscherze Vom Flughafen-Soli bis zum Solarium-Brot

Gestrandete Fußballfans, ein Soli für den Berliner Flughafen: Auf den ersten Blick wirkten manche Aprilscherze gar nicht so abwegig. Viele Medien und Institutionen machten den Quatsch mit - selbst eine katholische Gemeinde aus dem Bistum Limburg.

1. April: Überall auf der Welt wird gescherzt
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1. April: Überall auf der Welt wird gescherzt


Hamburg - Am 1. April wird der gesunde Menschenverstand und oftmals auch die Geduld treuer Leser, Zuhörer und Zuschauer auf die Probe gestellt. Dann verbreiten Medien und Institutionen mit erfundenen Geschichten und Anekdoten mal mehr, mal weniger lustige Falschmeldungen. Eine Auswahl der Albernheiten.

  • Die "Süddeutsche Zeitung" nahm die Politik der EU aufs Korn. Unter der Überschrift "Brot wie aus dem Solarium" behauptete das Blatt, die Europäische Kommission plane die Zulassung eines neuartigen, mit UV-Licht bestrahlten Brotes. Dieses sei durch spezielle Gärprozesse besonders reich an Vitamin D, welches das Wohlbefinden der Menschen steigere. Die EU wolle mit dem sogenannten Solarium-Brot dem Vitamin-D-Mangel in Mittel- und Nordeuropa entgegenwirken.

  • Einem Verbraucherthema widmete auch die "Berliner Zeitung" ihren Aprilscherz. Sie verkündete, Fahrgäste könnten schon bald in Berliner Linienbussen Sitzplätze reservieren. Bereits am 5. Mai starte ein entsprechendes Pilotprojekt auf einzelnen Strecken.

  • Der Berliner Pannenflughafen Berlin-Brandenburg drängt sich beim Thema Aprilscherze geradezu auf. Jeder sozialversicherungspflichtige Bundesbürger müsse künftig einen Euro pro Monat bezahlen, den sogenannten Sondersoli BER, verbreitete die Radiozentrale GmbH auf einer eigens eingerichteten Website. Grundlage dafür sei ein Bundestagsbeschluss. Viele angeschlossene Sender verulkten ihre Hörer mit dieser Meldung in den Frühnachrichten.

  • Durchaus denkbar war auch das Szenario, das das Fußball-Magazin "11 Freunde" verbreitete. Auf dem Weg zum Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester United seien Fans des FC Bayern München versehentlich im falschen Manchester gelandet. Statt nach Großbritannien hätten etliche Mitglieder des Bayern-Fanclubs "Weißwurstterroristen" einen Flug in die USA gebucht, wo es ebenfalls eine Stadt mit Namen Manchester gebe. Der FC Bayern versuche nun "mit allen Mitteln, die gestrandeten Fans doch noch ins Old Trafford zu bringen". Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge suche bereits mit Lufthansa-Chef Christoph Franz nach einer Lösung, die Fans noch vor Spielanpfiff am Abend ins Stadion in Manchester zu bringen.

  • Bei "Tatort"-Fans dürfte eine Meldung von "T-Online.de" Schnappatmung ausgelöst haben. Dort hieß es: "Daniela Katzenberger wird neue Kommissarin in Ludwigshafen." Die Blondine werde die Nachfolge von Ulrike Folkerts antreten. Beim SWR sei schon von einer Ermittlerin mit "Herz, Hirn und Hupen" die Rede.

  • Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde Zielscheibe für Aprilscherze. So fragte die "Frankfurter Rundschau": "Ist die 59-Jährige tatsächlich schwanger?" Auslöser für die Spekulationen sei eine Bemerkung von Chinas Staatspräsident Xi Jinping zum "besonderen Duft" Merkels gewesen. So gut wie Merkel habe seine Frau Peng gerochen, als sie mit Tochter Mingze schwanger war, habe die Nachrichtenagentur dpa den Staatsmann zitiert. Merkel habe daraufhin "geheimnisvoll gelächelt".

  • Die katholische Pfarrgemeinde Sankt Josef aus dem Bistum Limburg bewies angesichts der angespannten Lage in den eigenen Reihen Humor. Auf ihrer Internetseite verkündete die Gemeinde, dass der vom Papst entlassene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nun bei ihnen arbeite. Er sei als "Kooperator" eingestellt worden und werde "den Prozess zur Pfarrei neuen Typs" begleiten. Der ehemalige Limburger Bischof solle etwa beim Aufbau einer Großpfarrei und den damit verbundenen Bauprojekten helfen. Verfasst wurde die Mitteilung nach eigenen Angaben von "Jakob Maria Mierscheid, Leiter Sachausschuss für Pastoralen Totalschwachsinn".

  • In Großbritannien amüsierte der "Guardian" seine Leser mit der Ankündigung, Schottland werde den Rechtsverkehr einführen, sollten sich die Schotten im Herbst für ihre Unabhängigkeit aussprechen. An der Grenze zwischen Großbritannien und Schottland würden die Autos dann durch einen spiralförmigen Verkehrsknotenpunkt geleitet. In einer aufwendigen Animation wird gezeigt, was im Inneren der parkhausähnlichen Türme passiert.

  • Der "Mirror" machte derweil Scherze über die markante Frisur des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un. Der Herrscher habe der Boygroup "One Direction" die Einreise untersagt, solange die jungen Männer nicht den gleichen Haarschnitt trügen wie er. Bis dahin werde er eine eigene Boyband zusammenstellen - mit dem Namen "Un Direction".

jbe/dpa

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