Archie soll nicht sterben Eltern kämpfen um ihr Kind im Koma – und gehen vor Gericht in die nächste Runde

Der Junge war nach einer Mutprobe ins Koma gefallen: Britische Gerichte haben bereits mehrmals entschieden, dass die Ärzte den zwölf Jahre alten Archie sterben lassen dürfen. Doch die Eltern geben nicht auf.
Die Eltern von Archie: Paul Battersbee und Hollie Dance im Juli in London

Die Eltern von Archie: Paul Battersbee und Hollie Dance im Juli in London

Foto: Victoria Jones / dpa

Im April hatte sich Archie bei einem häuslichen Unfall schwere Hirnverletzungen zugezogen – womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Er liegt seither im Koma. Nun haben die Eltern des Zwölfjährigen beim obersten britischen Gericht gefordert, die lebenserhaltenden Maßnahmen fortzuführen.

Der Supreme Court in London bestätigte am Dienstag, dass ein entsprechender Antrag eingegangen sei. Ein Ausschuss aus drei Richtern werde ihn nun prüfen. Am Abend wurde bekannt, dass das oberste Gericht den erneuten Rettungsversuch seiner Eltern abgeblockt hat.

Zuvor hatten Gerichte mehrmals entschieden, dass die Ärzte den Jungen sterben lassen dürfen. Dies sei im besten Interesse von Archie, hieß es zur Begründung. Am Montag hatte ein Berufungsgericht einen Einspruch eines Uno-Ausschusses abgelehnt, die Maßnahmen über Dienstagmittag hinaus zu verlängern.

Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Großbritannien. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Maßnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen dabei nicht im selben Maße berücksichtigt. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern.

kha/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.