ARD Fliegt das Leder von der Mattscheibe?

WDR-Intendant Fritz Pleitgen lässt Worten Taten folgen. Nach den Anschlägen von New York und Washington hatte er für eine Stärkung von Informations- und politischen Hintergrundsendungen in der ARD plädiert. Kommende Woche will der WDR "Monitor" statt Fußball zeigen.


"Monitor"-Chef Klaus Bednarz hat beim WDR Vorrang vor dem SC Freiburg
DPA

"Monitor"-Chef Klaus Bednarz hat beim WDR Vorrang vor dem SC Freiburg

Hamburg - Bisher war geplant, die Uefa-Cup-Begegnung Freiburg gegen Puchov in der ARD am kommenden Donnerstag bundesweit auszustrahlen. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) will sich laut Pleitgen ausklinken und in seinem Sendegebiet das Politmagazin "Monitor" ausstrahlen. Das bestätigte eine Sprecherin des Senders. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat unterdessen einen Kompromissvorschlag unterbreitet, um eine "gemeinsame Lösung" sicherzustellen.

Vom WDR hieß es, man dürfe in Zeiten wie diesen auf politische Magazine nicht verzichten. Der Sender habe zudem dafür Sorge zu tragen, dass das Markenzeichen "Monitor" nicht beschädigt werde. Es gelte gerade jetzt, die Informationskompetenz der ARD unter Beweis zu stellen. Die Entscheidung sei von WDR-Intendant Fritz Pleitgen, der Chefredaktion, der Programmdirektion und der "Monitor"-Redaktion gemeinsam herbeigeführt worden.

NDR-Intendant Jobst Plog schlug als Kompromiss unterdessen vor, dass alle Dritten Programme die erste Halbzeit des Spiels übertragen sollten und zeitgleich "Monitor" ab 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden sollte. Die zweite Halbzeit des Spiels könnte dann in der ARD gezeigt werden.

"Der NDR hat Verständnis für den Vorschlag des WDR-Intendanten, die Ausstrahlung von 'Monitor' sicherzustellen", sagte Plog. "Wir halten es gleichwohl für erforderlich, dass sich alle ARD-Anstalten um eine gemeinsame Lösung bemühen, ehe über das letzte Mittel, das 'Aussteigen' aus dem ARD-Gemeinschaftsprogramm, nachgedacht wird."



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