Asien Erdbeben erschüttern Afghanistan und Japan

Schwere Erdbeben haben den Norden Afghanistans und Teile Japans erschüttert. Über Opfer und Schäden liegen bislang noch keine Informationen vor.


Kabul/ Tokio - Das Epizentrum des Bebens in Afghanistan das gegen halb vier mitteleuropäischer Zeit die Erde erschütterte lag in der Provinz Badachschan an der Grenze zu Tadschikistan. Es war auch in Pakistan und im Norden Indiens sowie in Tadschikistan und Usbekistan zu spüren. In Indien löste es knapp einen Monat nach dem schlimmsten Erdbeben in der Geschichte des Landes Panik aus. In der Hauptstadt Neu Delhi liefen viele Menschen aus den Häusern. Schäden gab es aber keine.

Im Norden Afghanistans sagte Mohammad Abeel, ein Sprecher der Anti-Taliban-Miliz, die Teile der Region kontrolliert: "Alles hat gewackelt." Nachrichten über Zerstörungen habe er noch nicht. Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul bebte die Erde, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes.

Das Erdbebeninformationszentrum in Denver in den USA gab auf seiner Website die Stärke des Bebens mit 6,1 an. Das Zentrum habe mehr als 200 Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen. Das schwere Beben in Indien, das Ende Januar bis zu 100.000 Menschen tötete, lag dagegen nur in 20 Kilometern Tiefe. Die Erdbebenwarte in der indischen Hauptstadt Neu Delhi schätzte das Beben in Afghanistan auf 6,7 auf der Richterskala.

Vor drei Jahren waren bei zwei Erdbeben im Norden Afghanistans bis zu 10.000 Menschen getötet worden. 90 Prozent des Landes werden von den radikalislamischen Taliban kontrolliert. In der jetzigen Erdbebenregion hält auch die Miliz des Talibangegners Ahmed Schah Massud Stellungen.

In Japan bebte die Erde in der Nacht zum Sonntag zwei Mal. Wie das Meteorologische Zentrum mitteilte, wurde am Morgen (Ortszeit) im Osten und Nordosten zunächst ein Beben der Stärke 5,8 auf der Richterskala gemessen. Es gab jedoch keine Berichte über Schäden oder Verletzte. Der Erdbebenherd wurde vor der Küste der Provinz Fukushima vermutet, teilte das Zentrum weiter mit.

In den drei zentraljapanischen Provinzen Chiba, Tokio und Kanagawa erschütterte dann am Nachmittag (Ortszeit) ein weiteres Beben der Stärke 4,3 die Erde. Auch hier lagen zunächst keine Berichte über Schäden oder Verletzte vor. Der Erdbebenherd wurde rund 20 Kilometer unter dem Meeresboden vor der Insel Izu-Oshima vermutet. Das Inselreich Japan wird alljährlich von zahlreichen Beben heimgesucht.



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