Tödliche Schüsse auf Schwarzen Atlantas Polizeichefin tritt zurück

Erneut endete in den USA ein Polizeieinsatz für einen Schwarzen tödlich. In dem Fall in Atlanta sind noch viele Fragen offen, dennoch hat die Chefin der lokalen Polizeibehörde ihr Amt bereits niedergelegt.
Protestierende vor dem Georgia Capitol nach dem tödlichem Polizeieinsatz in Atlanta

Protestierende vor dem Georgia Capitol nach dem tödlichem Polizeieinsatz in Atlanta

Foto: ERIK S LESSER/EPA-EFE/Shutterstock

Der Tod des Schwarzen Rayshard Brooks nach einem Polizeieinsatz in der US-Metropole Atlanta hat bei der lokalen Polizeibehörde personelle Folgen. Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten, ist die Chefin von Atlantas Polizei, Erika Shields, zurückgetreten.

Atlantas Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms kündigte an, den Rücktritt akzeptieren zu wollen. Laut dem Sender CNN soll Shields weiter für die Stadt arbeiten, ihre neue Aufgabe stehe aber noch nicht fest. Bottoms sprach sich in einem Statement zudem für die Kündigung des Polizisten aus. "Ich glaube nicht, dass das eine berechtigte Anwendung tödlicher Gewalt war", sagte Bottoms.

Das Kriminalamt des Bundesstaates Georgia (GBI) hatte den Einsatz gegen den 27-jährigen Rayshard Brooks zunächst so dargestellt: Die Polizei sei am Freitagabend zu einem Schnellrestaurant gerufen worden, in dessen Autoschlange ein Mann in einem Wagen eingeschlafen war. Andere Fahrzeuge hätten an ihm vorbei fahren müssen. In der Folge habe Brooks einen durchgeführten Nüchternheitstest nicht bestanden und sollte in Gewahrsam genommen werden.

Kurz darauf soll er sich der Festnahme wiedersetzt haben. Bei einer anschließenden Rangelei habe es einen Kampf um ein Elektroschockgerät gegeben. Wie das GBI mitteilte, sei Brooks dann mit einem der Geräte geflüchtet. Im Lauf der Verfolgungsjagd habe er dieses auf einen Polizist gerichtet, woraufhin dieser auf Brooks geschossen habe. Brooks sei später im Krankenhaus gestorben, einer der Polizisten habe mit Verletzungen behandelt werden müssen.

Proteste am Ort des Vorfalls, einer Filiale des Schnellrestaurants Wendy's

Proteste am Ort des Vorfalls, einer Filiale des Schnellrestaurants Wendy's

Foto: ERIK S LESSER/EPA-EFE/Shutterstock

Laut AP wertet das GBI nun unter anderem Handyvideos von Zeugen aus, um den Vorfall aufzuklären. Inzwischen hat sich auch ein lokaler Staatsanwalt in den Fall eingeschaltet. Sein Büro habe bereits tiefgehende und unabhängige Untersuchung des Vorfalls auf den Weg gebracht, sagte Staatsanwalt Paul Howard. Mitarbeiter seiner Behörde seien bereits kurz nach dem Vorfall am Tatort gewesen.

Aufnahmen von Überwachungskameras des Restaurants, die das GBI ausgewertet hat, zeigen demnach nicht die anfänglichen Handgreiflichkeiten zwischen den Polizisten und Brooks. Offenbar ist nur zu sehen, wie Brooks mit einem Gegenstand in der Hand zu flüchten versucht. "Es scheint, als sei der Gegenstand in seiner Hand ein Elektroschockgerät", sagte GBI-Direktor Vic Reynolds.

fek/Reuters/AP
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