Atom-U-Boot auf Grund Stolz der Royal Navy on the Rocks

Das modernste Atom-U-Boot der Royal Navy, ausgerüstet mit ausgefeilter Navigationstechnik, ist auf Grund gelaufen. Nicht bei einer kitzeligen Mission, sondern bei einer Testfahrt, daheim, vor der Küste Schottlands. Ein Felsbrocken wurde der "HMS Astute" offenbar zum Verhängnis.


London/Edinburgh - Sie ist das modernste und teuerste Atom-U-Boot, das die britische Marine je gebaut hat. Stealth-Beschichtung, komplexe Kommunikations- und Abhöreinrichtungen, bewaffnet mit Torpedos und Raketen - die "HMS Astute" ist wahrlich ein furchterregendes Stück Technik.

Doch wie es scheint ist diesem waffenstarrenden, 3,5 Milliarden Pfund teuren Stahl-Ungeheuer ausgerechnet ein Felsbrocken vor der schottischen Küste zum Verhängnis geworden. Das Unterseeboot dümpelt derzeit manövrierunfähig nahe der Isle of Skye vor der schottischen Küste.

Die Panne passierte, bevor das Schiff überhaupt offiziell seinen Dienst aufgenommen hatte. Radioaktivität sei nicht ausgetreten, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag. Die Besatzung sei unversehrt davongekommen.

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Vor Schottland: Atom-U-Boot auf Grund gelaufen
Es handele sich nicht "um einen nuklearen Zwischenfall", beschwichtigte das Ministerium in London. Weder seien Besatzungsmitglieder verletzt noch gebe es irgendwelche Anzeichen für einen Umweltschaden. Das Boot sei nicht Leck geschlagen. Man hoffe, dass es mit der einsetzenden Flut am Abend bewegt werden könne.

Schlimme Woche für die Royal Navy

Für die Royal Navy und die gesamte britische Armee ist der Unfall das i-Tüpfelchen auf einer schlimmen Woche. Erst am Dienstag hatte die Regierung drastische Sparpläne vorgestellt. Die Armee wird 42.000 Bedienstete verlieren, darunter 17.000 Soldaten.

Das Flaggschiff der Navy, der Flugzeugträger "Ark Royal", soll vorzeitig außer Dienst gestellt werden - die Instandhaltung ist zu teuer. Der geplante Bau von sechs Schwesterschiffen der "Astute" wird zeitlich nochmals gestreckt. Stattdessen sollen Boote der Vanguard-Klasse länger Dienst tun.

Und nun auch noch dieser peinliche Unfall - einen Tag, nachdem die Briten noch voller Stolz das glorreichste Ereignis der Royal Navy gefeiert haben: den Sieg in der Seeschlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805.

Doch für die Nelson-Nachfahren erwies sich jetzt offenbar ein simples Stück Felsen als zu großes Hindernis. Ein Augenzeuge sagte der BBC: "Ich habe mich gewundert, wie weit die an die Küste heranfahren. Es sind doch gute Bojen da."

Laut einem Bericht der englischen Tageszeitung "Daily Telegraph" hatte die Mannschaft Seeleute auf der Isle of Skye abgesetzt.

"Hier geht alles von allein"

Erst vor kurzem hatte sich der Kommandant des Schiffs in der BBC stolz über das vollelektronische Navigationssystem geäußert. "Hier geht alles von allein, hier wird nichts mehr wie früher per Hand gesteuert", hatte er dort gesagt.

Die "Astute" ist das Flaggschiff eines milliardenschweren U-Boot-Programms, das noch von der Labour-Regierung in Großbritannien ins Leben gerufen wurde, dessen volle Verwirklichung inzwischen jedoch fraglich ist.

Das Boot war 2007 fertig geworden und kostete 3,5 Milliarden Pfund (rund 4 Milliarden Euro). Es wiegt 7800 Tonnen und ist fast hundert Meter lang. Nach Angaben der BBC soll es erst im kommenden Jahr im regulären Dienst eingesetzt werden. Die Fahrt könnte ein Test dafür gewesen sein, hieß es.

Das Schiff kann bis zu 38 Torpedos des Typs Spearfish sowie Tomahawk-Raketen tragen. Damit können sowohl Ziele unter Wasser, auf See und an Land angegriffen werden.

Doch die eigentliche Stärke der "Astute" liegt in ihrer Unsichtbarkeit. Ihre spezielle Oberflächenhaut erlaubt es ihr, sich unhörbar an feindliche Schiffe oder U-Boote anzuschleichen. Mit modernster Abhörtechnik ausgerüstet, kann sie tagelang unerkannt in der Tiefe lauern und etwa den Mobilfunk anzapfen.

Schon kurz nach der Schiffstaufe - vorgenommen von Prinz Charles' zweiter Frau Camilla - hatte es erst Probleme gegeben. Die Gummikacheln des Bootes gerieten in Brand. Auch in diesem Fall weiß keiner genau, wie das passieren konnte.

2002 war das U-Boot "HMS Trafalgar" ebenfalls vor der schottischen Küste, ebenfalls in der Nähe der Isle of Skye, auf Grund gelaufen. Zwei Offiziere mussten damals gehen, weil ihnen Fahrlässigkeit nachgewiesen wurde.

Im Februar 2009 stieß ein mit Atomraketen bestücktes U-Boot der britischen Vanguard-Klasse im Atlantik mit einem französischen Unterseeboot zusammen.

kng/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
Layer_8 22.10.2010
1. Jaja, die britische Seefahrt
Zitat von sysopDas modernste Atom-U-Boot der Royal Navy, ausgerüstet mit ausgefeilter Navigationstechnik, ist auf Grund gelaufen. Nicht bei einer kitzeligen Mission, sondern bei einer Testfahrt, daheim, vor der Küste Schottlands. Ein Felsbrocken wurde der "HMS Astute" offenbar zum Verhängnis. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,724834,00.html
Francis Drake, Captain Cook, Dampfschiffe danach... Dann Untergang der Titanic wg. Eisberg, und jetzt das Mega U-Boot wg. Felsbrocken gestrandet. Ich persönlich erinnere mich noch an einen Tube-Ausfall in London (Northern Line) wg. "Leaves on the Track". Das war vor ca. 2 Jahren... Churchill rotiert bestimmt in seinem Grab
jupiter999 22.10.2010
2. Symbolisch
Zitat von sysopDas modernste Atom-U-Boot der Royal Navy, ausgerüstet mit ausgefeilter Navigationstechnik, ist auf Grund gelaufen. Nicht bei einer kitzeligen Mission, sondern bei einer Testfahrt, daheim, vor der Küste Schottlands. Ein Felsbrocken wurde der "HMS Astute" offenbar zum Verhängnis. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,724834,00.html
Ohjeohje Schon irgendwie symbolisch das daß genau jetzt passiert. Kurz nachdem die britische Politik ankündigt die glorreiche Royal Navy per Geldentzug zu kastrieren, läuft sie jetzt auch symbolisch auf Grund. Churchill würde im Grabe rotieren wenn er wüsste wohin sich das Empire entwickelt hat.
StammHirn, 22.10.2010
3. bluster and bluster
Reden und Schwätzen könnense. Ingenieurtechnisch kriegen sie immer weniger auf die Reihe. Im ganzen Land kein einziges Fenster das richtig schliesst. Der öffentliche Nahverkehr - ein Grauen. Der Zugfernverkehr: noch schlimmer. Wer mal von Edinburgh nach London - wegen Flughafenstreik - per Bahn fahren musste, der weiss wovon ich rede. Die Industrie, der Bau, der Pfusch des Handwerks, die fürchterlichen Konsumprodukte die keine Sau mehr will ... Ein Kollege aus Leeds erklärte mir, dass in den 50ern die Qualität der Autos besser gewesen sei, als die der deutschen heute. Das meinte der ernst ! Ihr schales Bier vertragen se auch immer schlechter. Oh, England. Wo soll das hinführen. Dabei seid Ihr ja eigentlich zum liebhaben. Grosses Getöse. Viel Presse ! Aufgebauschte Stories und Tammtamm und dann doch nur wieder sowas wie 4:1. Fast möchte man Euch helfen ! Aber leider seid Ihr ja nicht in der EU. Jedenfalls nicht so richtig .... naja
baloo55 22.10.2010
4. Traurig
Mal unabhängig davon, dass es sich bei der HMS (her majesty ship)Astute um eine Atomwaffen starrendes Monster handelt. Die Briten geben alles auf, erst die Zechen, dann die Automobilindustrie, ihre Marine und alles um zocken zu können. Gestern wurde Nelson gefeiert, der würde sich im Grab rumdrehen, wüsste er um die Leute die das Rad heute drehen. Warum nur fällt mir immer öfter die Geschichte von Midas ein?
Realo, 22.10.2010
5. Ähem....
....auch wenn das jetzt furchtbar böse und arrogant klingt, aber von U-Booten und dem U-Boot-Bau, da hat die britische Marine wirklich nie so richtig die Nase vorn gehabt. Die englichen Überwasserschiffe sind und waren legendär, aber englische U-Boote.....mhh. Ich erinnere mich da an einen Artikel vor 2 oder 3 Jahren der sich sehr kritsch mit der britischen U-Boot Flotte auseinandersetzte.
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