Atom-U-Boot-Kollision Schwere Vorwürfe gegen US-Kapitän

Der Kommandant des vor Hawaii mit einem japanischen Schulschiff kollidierten Atom-U-Boots ist seines Postens enthoben worden. Die "USS Greeneville" soll die Besatzung des sinkenden Schiffs schmählich im Stich gelassen haben.


Die "Greeneville" ist ein Atom-U-Boot der Los-Angeles-Klasse
AP

Die "Greeneville" ist ein Atom-U-Boot der Los-Angeles-Klasse

Honolulu/Tokio - Diese Vorwürfe erhob der Kapitän des Schiffes der japanischen Uwajima Fisheries High School, Hisao Onishi, laut japanischen Medienberichten. Die Admiralität der US Navy enthob ohne Begründung den Kommandant der "USS Greeneville", Scott Waddle, von seinem Posten. Er war zum Zeitpunkt des Unglücks am Freitagmittag kommandierender Offizier des U-Bootes.

Das mit 35 Menschen besetzte Schulschiff "Ehime Maru" war vor der Küste von Hawaii von dem auftauchenden U-Boot gerammt worden und innerhalb von zehn Minuten untergegangen. Unmittelbar nach der Havarie waren 26 Japaner gerettet worden.

Das japanische Fischereischulschiff "Ehime Maru" sank kurz nach der Havarie
REUTERS

Das japanische Fischereischulschiff "Ehime Maru" sank kurz nach der Havarie

Unterdessen dauert die Suche nach neun Schiffbrüchigen des gesunkenen Trawlers an. Zwei Maschinen der US-Marine und ein Patrouillenboot suchten weiterhin ein rund 3600 Quadratkilometer großes Gebiet im pazifischen Ozean nach den Vermissten ab, teilte ein Sprecher der US-Küstenwache mit. Angesichts der warmen Wassertemperatur von 25 Grad Celsius gebe es noch Chancen, Überlebende zu finden.

Die japanische Regierung geht mittlerweile offenbar davon aus, dass die neun Vermissten bei dem Unglück ums Leben kamen und die Leichen noch im Wrack des Schulschiffes sind. Sie bat die USA, die Bergung des Fischkutters zu prüfen. Doch solange noch Hoffnung auf Rettung bestehe, müsse zunächst nach den Vermissten weiter gesucht werden, appellierte der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori. Der Gouverneur der Heimatprovinz Fischkutters, Moriyuki Kato, zitierte den Kapitän des Schulschiffes, wonach sich viele der Vermissten zum Zeitpunkt der Kollision entweder unten im Schiff oder im Speiseraum befunden haben dürften.



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