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Fukushima: Arbeiten am Unglücks-AKW

Foto: REUTERS/ TEPCO

Atomkatastrophe in Japan Arbeiter stirbt nach Kollaps im Fukushima-Reaktor

Tragödie im japanischen Katastrophen-AKW Fukushima: Ein Leiharbeiter ist im havarierten Reaktor ums Leben gekommen. Die Betreiberfirma schließt eine erhöhte Strahlenbelastung des Verstorbenen aus, nennt jedoch keine anderen Gründe als Todesursache.

Tokio - Es ist der erste Todesfall in dem zerstörten AKW von Fukushima nach dem verheerenden Erdbeben: Am Samstag ist ein Arbeiter in dem Reaktor zusammengebrochen und gestorben. Der etwa 60 Jahre alte Mann ist nach Angaben des Betreibers Tepco beim Tragen von Ausrüstung kollabiert. Kurz darauf sei er gestorben.

Die Todesursache ist bislang nicht bekannt. Im Körper des Toten sei keine gefährliche Belastung mit Radioaktivität gemessen worden, erklärte Tepco. Der Mann habe bei der Arbeit in einem Entsorgungsgebäude einen Strahlenschutzanzug, Handschuhe und Atemschutz getragen, sagte Unternehmenssprecher Naoyuki Matsumoto. Er soll erst einen Tag zuvor die Arbeit in dem Kraftwerk aufgenommen haben.

Die Arbeit in dem Katastrophen-AKW ist heikel: In dem Gebäude wird radioaktiv kontaminiertes Wasser gelagert, das nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März aus den Reaktoren des Atomkraftwerks ausgetreten war. Bei dem Erdbeben waren bereits zwei Arbeiter ums Leben gekommen. Die Anlage Fukushima-Daiichi ist seitdem schwer beschädigt und noch immer tritt aus ihr Radioaktivität aus.

Erneutes Erdbeben in der Region

Die Region im größeren Umkreis des Krisenreaktors wird immer wieder von leichteren Erdbeben erschüttert. Auch am Samstag ereignete sich rund hundert Kilometer von Fukushima entfernt ein solches. Die US-Erdbebenwarte in Golden im US-Staat Colorado gab die Stärke mit 6,2 an. Das Epizentrum habe sich vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu 93 Kilometer von Fukushima entfernt befunden. Das Beben fand gegen 08.35 Uhr Ortszeit statt.

Der Versorger Chubu Electric teilte mit, man habe am Samstag das Atomkraftwerk Hamaoka in Shizuoka vollständig heruntergefahren. Der Betrieb werde erst wieder aufgenommen, wenn neue Sicherheitsmaßnahmen installiert seien, darunter eine riesige Schutzmauer, die die Anlage vor Tsunamis schützen soll. Die Arbeiten werden nach Angaben von Chubu mehrere Jahre dauern. Das Atomkraftwerk Hamaoka gilt als das am stärksten durch Erdbeben gefährdete des Landes.

yes/AP