Auf der Flucht Keine Spur von Schwerstverbrecher Schmökel

Die Polizei setzt bei der Suche nach dem geflohenen Schwerverbrecher Schmökel auf die Öffentlichkeit. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Mann eine Zigarettenpause seiner Pfleger zur Flucht genutzt hatte.


Frank Schmökel gilt als sehr gefährlich
DPA

Frank Schmökel gilt als sehr gefährlich

Strausberg - Trotz bisher 90 Meldungen aus der Bevölkerung fehle bisher jeder Hinweis auf den Aufenthaltsort des am Mittwoch geflüchteten 38-Jährigen, sagte ein Sprecher der Polizei Frankfurt (Oder) am Freitagmorgen. Deswegen wird die Suche durch eine Öffentlichkeitsfahndung intensiviert.

Als Schmökel am Mittwoch seine Mutter besuchte, seien zwei seiner drei Pfleger in eine Zigarettenpause gegangen, berichtete die Polizei. Währenddessen habe Schmökel den einen 55 Jahre alten Pfleger niedergestochen. Dieser schwebte am Freitag noch in Lebensgefahr. Auch die 59 Jahre alte Mutter und ein weiterer Pfleger waren verletzt worden.

Bei der Suche nach Schmökel waren am Donnerstag bis zu 300 Beamte sowie Hunde und Hubschrauber der Polizei im Einsatz. Zielfahnder prüften bundesweit Kontaktpersonen und mögliche Aufenthaltsorte.

Der in einer Nervenklinik in Neuruppin untergebrachte Mann war am Mittwoch zum sechsten Mal geflohen. Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und versuchten Mordes war Schmökel zuletzt 1995 zu 14 Jahren Haft verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen worden. Er war 1994 von einem Freigang nicht zurückgekehrt. Auch 1996 kam er nach einem Freigang nicht zurück. 1997 floh er zweimal, nachdem er Fenstergitter durchgesägt hatte.

Eines seiner Opfer, eine heute 18-jährige junge Frau steht seit Mittwoch in ihrem Wohnort in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) unter Polizeischutz. Schmökel hatte die damals erst Elfjährige 1994 missbraucht. Seit 1997 hat er aus der Landesnervenklinik brieflich Kontakt mit ihr gesucht, berichten mehrere Zeitungen in der Region.



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