Aufruf des Bundespräsidenten "Mehr Liebesbriefe für Deutschland"

In Zeiten von SMS und E-Mail scheinen Liebesbriefe auf Papier schon beinahe aus der Mode gekommen zu sein. Diese Entwicklung will Bundespräsident Horst Köhler stoppen. Die Deutschen sollten mehr romantische Briefe schreiben, forderte das Staatsoberhaupt anlässlich der Vorstellung der neuen Wohlfahrtsmarken.


Finanzminister Eichel und Bundespräsident Köhler: Seite an Seite für mehr Liebesbriefe
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Finanzminister Eichel und Bundespräsident Köhler: Seite an Seite für mehr Liebesbriefe

Berlin - Liebesbriefe seien "eine wunderbare Sache", sagte Köhler, der die Schirmherrschaft der Aktion übernahm. Er forderte "mehr Liebesbriefe für Deutschland".

Bei der Vorstellung in Berlin hatte Finanzminister Hans Eichel als Herausgeber der Wohlfahrtsmarken die sinkende Nachfrage an den Marken beklagt. Die "Tradition der Liebesbriefe" falle der Kommunikation per SMS und E-Mail zum Opfer. Deswegen würden nicht mehr so viele schöne Briefmarken verschickt.

Die Sonderbriefmarken mit dem Spendenzuschlag gibt es inzwischen seit 55 Jahren. Bis heute wurden mehr als 3,8 Milliarden Marken verkauft und laut Eichel fast 550 Millionen Euro an Spenden eingenommen. Die Erlöse kommen Hilfsprojekten von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischem Wohlfahrtsverband, Deutschem Roten Kreuz, Diakonie und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zugute.

Auch der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Manfred Ragati, will sich mit dem sinkenden Interesse an den Wohlfahrtsmarken nicht abfinden. Prominente sollen jetzt die Werbetrommel rühren. Für die Wohlfahrtsmarken wollen 2004 "Tagesthemen"-Sprecher Ulrich Wickert, ZDF-Moderatorin Nina Ruge, Ex-Teamchef Rudi Völler, der Hallenser Schauspieler Peter Sodann und der schwäbische Unternehmer Klaus Fischer werben.



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