Notizen zur allgemeinen Relativitätstheorie Einstein-Manuskript soll drei Millionen Euro bringen

Einige von Albert Einsteins handgeschriebenen Berechnungen zur allgemeinen Relativitätstheorie kommen in Paris unter den Hammer. Schätzwert: bis zu drei Millionen Euro.
Manuskript von Albert Einstein und Michele Basso (von 1913 und 1914)

Manuskript von Albert Einstein und Michele Basso (von 1913 und 1914)

Foto: Christie's

Auf dem Weg zur allgemeinen Relativitätstheorie widmete sich Albert Einstein einer Anomalie – der Tatsache, dass sich die Merkurbahn ständig verändert. Diese sogenannte Periheldrehung brachte Astronomen in Erklärungsnot. Einsteins Berechnungen lieferten Erklärungen.

Die Auktionshäuser Christie’s und Aguttes bieten seine handgeschriebenen Aufzeichnungen zu diesem Thema nun zum Verkauf an. Am 23. November soll das Manuskript in Paris versteigert werden. Der Schätzwert liegt bei zwei bis drei Millionen Euro. Man habe es »ohne Zweifel mit dem wertvollsten Einstein-Manuskript zu tun, das je auf einer Auktion angeboten wurde«, so die Veranstalter.

Die Abhandlung umfasst 54 Seiten, von denen Einstein 26, sein Schweizer Freund und Mitarbeiter Michele Basso 25 verfasst hat. Drei weitere Seiten schrieben die Wissenschaftler zwischen Juni 1913 und 1914 gemeinsam. Die Berechnungen weisen mehrere Streichungen und Korrekturen auf.

Basso hatte das Manuskript mit nach Zürich genommen, weshalb es erhalten blieb. »Dank ihm sind wir fast wie durch ein Wunder im Besitz des Manuskripts«, hieß es beim Auktionshaus Christie’s. »Einstein hätte es vermutlich nicht gekümmert, etwas aufzubewahren, das er als Arbeitsdokument ansah.«

Die Aufzeichnungen sind eines von nur zwei Dokumenten zur Genese der Relativitätstheorie. Es gibt noch ein Notizbuch aus den Jahren 1912 und 1913, das im Besitz des Einstein-Archivs an der Hebräischen Universität von Jerusalem ist.

Das Dokument besteht aus 54 Seiten

Das Dokument besteht aus 54 Seiten

Foto: Christie's

»Einsteins Schriften aus dieser Periode, generell vor 1919, sind sehr selten«, sagte Adrien Legendre von Christie’s. »Sie liefern einen bemerkenswerten Einblick in Einsteins Werk und ermöglichen es, in den Verstand des größten Wissenschaftlers des 20. Jahrhunderts einzutauchen.«

Bereits im Mai war ein handgeschriebener Brief des Wissenschaftlers mit seiner berühmten Formel E=mc² bei einer Auktion für mehr als 1,2 Millionen Dollar versteigert worden – ein Erlös, der dreimal so hoch war wie erwartet, wie das Auktionshaus RR Auction in Boston mitteilte. Dieser Brief war auf Deutsch verfasst und auf den 26. Oktober 1946 datiert. Empfänger war der polnisch-amerikanische Physiker Ludwik Silberstein.

ala
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