Auktion Sammler erwirbt umstrittenen Speer-Sekretär

Ein Möbelstück, das der frühere Nazi-Minister Albert Speer bei einer Versteigerung jüdischen Besitzes erworben hatte, kam erneut unter den Hammer. Bis zuletzt hatte seine Tochter Hilde Schramm versucht, das Stück einer Stiftung zu übergeben.


 Speer-Tochter Hilde Schramm: Einsatz gescheitert
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Speer-Tochter Hilde Schramm: Einsatz gescheitert

Rudolstadt - Der Mahagoni-Schreibsekretär, vermutlich von Karl Friedrich Schinkel entworfen, wurde am Samstagabend im thüringischen Rudolstadt für 80.000 Euro versteigert.

Ein Sammler klassizistischer Möbel aus Norddeutschland erhielt den Zuschlag; er will das stark umgebaute Stück restaurieren lassen. Er hatte per Telefon gegen nur einen Mitbieter geboten. Aufgerufen wurde das Stück für 45.000 Euro.

Der Versteigerung vorausgegangen war ein monatelanger Streit zwischen einem Erfurter Nachlassverwalter und der Speer-Tochter Hilde Schramm. Sie wollte das Möbelstück der Öffentlichkeit erhalten und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zukommen lassen. Da die Eigentumsverhältnisse noch nicht restlos geklärt sind, erfolgte die Versteigerung unter Vorbehalt.

Speer hatte das Möbelstück 1941 für 15.000 Reichsmark von der Witwe eines jüdischen Berliner Arztes ersteigert. Es galt nach Angaben der Speer-Tochter Hilde Schramm seit 1945 als verschollen oder zerstört.



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