Vulkanausbruch im Kongo Lavastrom stoppt kurz vor Großstadt

Die afrikanische Grenzstadt Goma ist beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo offenbar knapp einer Katastrophe entgangen. Die Lava hinterlässt jedoch eine Trümmerwüste. In der Nacht flohen Tausende nach Ruanda.
Anwohner betrachten die von einem Lavastrom angerichtete Verwüstung in einem Vorort von Goma

Anwohner betrachten die von einem Lavastrom angerichtete Verwüstung in einem Vorort von Goma

Foto: Justin Kabumba / AP

Der Lavastrom des Vulkans Mount Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo hat kurz vor der Großstadt Goma vorerst gestoppt. Einwohner, die ihre Häuser am Samstagabend in Panik verlassen hatten und teilweise über die Grenze ins benachbarte Ruanda geflohen waren, kehrten am Sonntagmorgen zurück, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete.

Ein Teil des Lavastroms hatte sich am späten Samstag in Richtung Goma gewälzt. Die Behörden Ruandas öffneten daraufhin in der Nacht zum Sonntag die Grenze und ließen die Menschen passieren.

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Der Ausbruch des Mount Nyiragongo

Foto: Justin Kabumba / dpa

Der 3469 Meter hohe Mount Nyiragongo gehört zu einer Kette von acht Vulkanen im Ostafrikanischen Grabenbruch, einer tektonisch aktiven Dehnungszone, die Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist. Er befindet sich knapp 20 Kilometer nördlich der am Kivusee gelegenen Stadt Goma mit ihren zwei Millionen Einwohnern im Virunga-Nationalpark und damit auch nahe der Grenze zu Ruanda.

Der Vulkan war am Samstagabend gegen 19 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) ausgebrochen. Die Lavaströme seien bislang hauptsächlich durch Teile des Nationalparks geflossen, sagte Celestin Mahinda, Leiter des vulkanologischen Observatoriums von Goma, dem staatlichen Radiosender RTNC. Der Park ist Afrikas artenreichstes Schutzgebiet und die Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Tausende auf der Flucht

Weil sich ein Teil des Lavastroms nach Angaben Mahindas jedoch auch in Richtung Goma bewegte und die glühenden Lavamassen den Flughafen der Stadt erreicht hatte, flohen viele Einwohner ins benachbarte Ruanda und versuchten dabei ihre Habseligkeiten mitzunehmen; auf den Straßen versammelten sich Menschenmengen mit Koffern und Matratzen.

In Goma brachen in der Nacht auch Unruhen im Zentralgefängnis aus, da Häftlinge nach dem Vulkanausbruch offenkundig um ihr Leben fürchteten. Aus dem Gebäudekomplex waren mehrfach Schüsse zu hören. In weiten Teilen der Stadt fiel zudem der Strom aus. Die Lava walzte auch eine Autobahn nieder, die Goma mit der 350 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Beni verbindet.

Von einem Uno-Blauhelm-Stützpunkt aus starteten in der Nacht Erkundungsflüge über die Lavafelder. Das dokumentierte die Uno-Mission Monusco  per Twitter:

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Der Mount Nyiragongo war zuletzt 2002 ausgebrochen. Damals kamen rund 250 Menschen ums Leben, als große Teile der östlichen Stadtgebiete von Goma mit Lava bedeckt wurden, darunter auch die Hälfte der Landebahn des Flughafens. 2002 wurden 120.000 Menschen obdachlos. Die bisher folgenschwerste Eruption des Nyiragongo ereignete sich 1977 und hatte mehr als 600 Todesopfer zur Folge.

mak/dpa
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