Auschwitz Verschollener Besitz von KZ-Opfern gefunden

Beinahe ein halbes Jahrhundert waren Tausende persönliche Gegenstände verschollen, die Opfern des KZ Auschwitz gehört hatten. Nun wurden sie gefunden. Sie kehren an den Ort des Massenmords zurück.


Mitarbeiter der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau haben Tausende persönliche Gegenstände von ermordeten KZ-Häftlingen gefunden. Die Besitztümer waren bereits 1967 bei Ausgrabungen in der Nähe der Gaskammern gefunden worden, danach blieben sie aber größtenteils verschollen.

Wie ein Museumssprecher mitteilte, konnten nun mehr als 16.000 Gegenstände - von Schmuck und Uhren über Reste von Schuhen und Küchenzubehör bis zu Tabakspfeifen und Haarbürsten - in die Museumssammlung zurückgeführt werden. "Eine so große Sammlung zu finden ist so unwahrscheinlich wie die Suche nach einem verschollenen Schatz", betonte Museumsdirektor Piotr Cywinski.

Ein Dokumentarfilm über die Ausgrabungen im Jahr 1967 hatte die Suche ausgelöst. Nur 400 Gegenstände der Ausgrabung wurden damals tatsächlich registriert. Es war jedoch klar, dass sehr viel mehr von der letzten Habe der Auschwitz-Häftlinge gefunden worden war. Nur wenige Monate nach den archäologischen Arbeiten kam es in Polen zu einer antisemitischen Kampagne. "Das waren schwierige Zeiten für alles, was mit dem Holocaust zu tun hatte", sagte Cywinski.

Den Museumsmitarbeitern gelang es, Kontakt zu einem der letzten noch lebenden Teilnehmer der Ausgrabungen aufzunehmen, und sie erhielten den Hinweis auf 48 Pappkartons, die jahrzehntelang in einem Magazin der Akademie der Wissenschaften aufbewahrt wurden. "Das ist ein unerwarteter, völlig einzigartiger Tag in der Geschichte unseres Museums", sagte Cywinski über den Fund.

Auschwitz-Birkenau war das größte der nationalsozialistischen Todeslager. Die Deutschen ermordeten hier mindestens 1,1 Millionen Menschen. Die meisten der Opfer waren Juden. Auch sowjetische Kriegsgefangene, Roma und Sinti, Polen, politische Häftlinge und Homosexuelle waren unter den Ermordeten.

cne/dpa



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