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17. November 2003, 13:00 Uhr

Auslieferung

Jemenitische Terrorverdächtige an USA überstellt

Deutschland hat zwei Jemeniten an die USA ausgeliefert, die als Unterstützer der Terrorgruppe al-Qaida gelten. Der Anwalt nannte das Vorgehen "rechtlich bedenklich und menschlich ekelhaft".

Frankfurt am Main - Ein Flugzeug der US-Luftwaffe habe die beiden Männer gestern am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen aufgenommen und nach New York gebracht, erklärte am Montag die Leitende Oberstaatsanwältin beim Frankfurter Oberlandesgericht, Hildegard Becker-Toussaint.

Der Anwalt der Jemeniten, Achim Schlott-Kotschote, sagte, die Auslieferung sei "rechtlich bedenklich und menschlich ekelhaft". Die Justiz habe sich in diesem Fall über die üblichen Gepflogenheiten hinweg gesetzt, den Ausgang der Petition beim Bundestag und der Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof gegen die Auslieferung abzuwarten, sagte der Rechtsanwalt. Erst am Freitag hatte die Bundesregierung die Auslieferung der beiden Jemeniten, die im Januar in einem Hotel am Frankfurter Flughafen verhaftet worden waren, bewilligt.

Die Bundesregierung hatte für die Auslieferung zwei Bedingungen gesetllt: Sie dürfen in den USA nicht zum Tode verurteilt und auch nicht vor ein Militärgericht gestellt werden. Vor allem einer der beiden Männer wird von den USA beschuldigt, an der Finanzierung des Terrornetzwerks al-Qaida Osama Bin Ladens beteiligt gewesen zu sein.

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