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Überschwemmungen in Australien

Foto: Jason O'brien / dpa

Überschwemmungen in Australien 300.000 Menschen sollen sich für Evakuierung bereit machen

Australien stehen nach den Überschwemmungen im Osten neue Stürme bevor. In Sydney könnte innerhalb von sechs Stunden mehr Regen fallen als sonst im gesamten Monat März. Die Zahl der Toten steigt.

Die massiven Überschwemmungen im Osten Australiens haben weite Teile der Region weiter fest im Griff. Die Einsatzkräfte sind auch am Dienstag unermüdlich im Einsatz, um in Not geratene Menschen mit Hubschraubern und Booten von ihren Häuserdächern zu retten.

Die Zahl der Todesopfer stieg derweil auf zehn, zuletzt sei eine über 80 Jahre alte Frau tot aus einem überfluteten Haus geborgen worden, teilte die Polizei mit. Im Bundesstaat Queensland werden zwei Männer vermisst.

300.000 Menschen im Bundesstaat New South Wales sollten sich bereit machen, um notfalls auch kurzfristig in Sicherheit gebracht werden zu können, sagte Steph Cooke, die Regionalministerin für Rettungsdienste. Sie forderte Betroffene auf: »Bitte packen Sie eine Tasche und Ihr Mobiltelefon samt Ladegerät.«

Premierminister: Ereignis, das nur alle tausend Jahre vorkommt

Auslöser für das Extremwetter ist ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet. Dieses ziehe nun vom Norden in Richtung Süden. Sydney und die Südküste von New South Wales müssten sich auf »starken bis sintflutartigen Regen« einstellen, warnten Meteorologen.

In Sydney, mit mehr als fünf Millionen Einwohnern Australiens größte Stadt, könnte am Dienstagnachmittag innerhalb von sechs Stunden mehr Regen fallen als während eines durchschnittlichen März-Monats, so die Meteorologen.

Der Premierminister von New South Wales, Dominic Perrottet, bezeichnete das extreme Wetter als ein Ereignis, das nur alle tausend Jahre vorkomme. Medien sprachen von einer »historischen Katastrophe« im gesamten Bundesstaat. Ganze Ortschaften seien von den Wassermassen »verschluckt« worden. In vielen Häusern standen die braunen Fluten bis zur Decke.

Weitere Stürme erwartet

»Der Wetterdienst und andere Behörden melden weitere Stürme und weitere zu erwartende Überflutungen im Laufe der Woche«, sagte Australiens Premierminister Scott Morrison. Am schlimmsten betroffen sei die Stadt Lismore. »Sie waren dort immer an Überschwemmungen gewöhnt, aber so etwas haben sie in ihrem Leben noch nicht erlebt«, so Morrison.

Von Überschwemmungen betroffen sind auch die Millionenmetropole Brisbane und die Städte Gympie und Maryborough sowie Gebiete entlang der Sunshine Coast. In einigen Gegenden hatte es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr.

Australien leidet besonders unter dem Klimawandel. Mitte Januar ächzten weite Teile von Down Under noch unter einer erbarmungslosen Hitzeglocke. Im Westen des Landes wurden dabei Werte von teilweise mehr als 50 Grad Celsius verzeichnet.

Bereits im vergangenen Jahr war der Nordosten Australiens zu dieser Jahreszeit von ungewöhnlich schweren Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht worden.

ptz/dpa/Reuters