Erhöhte Brandgefahr Anwohner und Urlauber müssen Gebiete in Australien räumen

Die Brandgefahr in einigen Regionen Australiens soll zum Wochenbeginn wieder deutlich steigen. Die Behörden riefen daher dazu auf, die Gebiete zu verlassen.
Freiwillige Feuerwehrleute in New South Wales am 28. Dezember: Tagespauschale von umgerechnet knapp 190 Euro in Aussicht gestellt

Freiwillige Feuerwehrleute in New South Wales am 28. Dezember: Tagespauschale von umgerechnet knapp 190 Euro in Aussicht gestellt

Foto: REUTERS/Jill Gralow

Die verheerenden Buschbrände in Australien haben sich am Wochenende ausgeweitet. Wegen der Gefahr weiterer Brände wurden Anwohner und Urlauber dazu aufgerufen, bestimmte Regionen des südöstlichen Bundesstaates Victoria zu verlassen. Für Montag seien Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius, starke Winde aus wechselnden Richtungen und Gewitter zu erwarten, teilte die Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mit. Dadurch erhöhe sich die Brandgefahr.

Besonders betroffen sei die Region East Gippsland. Bewohner und Zehntausende Urlauber seien daher aufgefordert, spätestens bis Montagmorgen das Gebiet östlich der Stadt Bairnsdale zu räumen, sagte der Leiter der Behörde, Andrew Crisp. "Sie sollten sich dort morgen nicht mehr aufhalten, und wir wollen, dass Sie jetzt gehen." Bairnsdale liegt rund 280 Kilometer östlich der Millionenmetropole Melbourne.

Ein Musikfestival, das in der betroffenen Gegend über den Jahreswechsel stattfinden sollte, wurde am Sonntagmorgen abgesagt. Rund 9000 Besucher hielten sich bereits auf dem Gelände auf und mussten abreisen.

Allein im Bundesstaat New South Wales loderten derzeit 85 Feuer, 40 von ihnen seien außer Kontrolle, sagte der regionale Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons am Sonntag. Tags zuvor hatte die Feuerwehr dort noch von 70 Bränden gesprochen, von denen 30 nicht kontrolliert würden.

Entschädigung für freiwillige Feuerwehrhelfer

Ausschnitt Australiens mit den Bränden und Buschfeuern

Ausschnitt Australiens mit den Bränden und Buschfeuern

Foto: GBRMPA/ Google

Die Buschfeuer wüten seit September in fünf Bundesstaaten Australiens. Bislang wurden mehr als vier Millionen Hektar Land zerstört. Acht Menschen kamen im Zusammenhang mit den Bränden ums Leben.

Australiens Regierung kündigte unterdessen Entschädigungen für die freiwilligen Feuerwehrleute für deren aufreibenden Kampf gegen die Buschbrände an. Premierminister Scott Morrison, dem zuvor mangelnde Unterstützung der Einsatzkräfte vorgeworfen worden war, stellte am Sonntag eine Tagespauschale von umgerechnet knapp 190 Euro in Aussicht. In New South Wales machen freiwillige Helfer rund 90 Prozent der Löschkräfte aus. Viele von ihnen haben Urlaub genommen, um sich dem Inferno entgegenzustellen.

Um das Geld zu bekommen, müssen die Feuerwehrleute mehr als zehn Tage für den Rural Fire Service (RFS) im Einsatz gewesen sein und entweder als Selbstständige oder bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen arbeiten. Außerdem ist der - steuerfreie - Gesamtbetrag gedeckelt auf 6000 Australische Dollar, umgerechnet etwa 3750 Euro.

yes/dpa/Reuters
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