200.000 Menschen müssen evakuiert werden Australien kämpft gegen das Hochwasser an

Überflutete Brücken, zerstörte Gebäude, mindestens 13 Tote: Das Unwetter hat Australien fest im Griff. Die Regierungschefin von Queensland sagte, sie habe »noch nie solche Stürme und Überschwemmungen erlebt«.
Überflutungen in Australien

Überflutungen in Australien

Foto: Peter Wallis / Getty Images

Der Osten Australiens kämpft noch immer mit den Folgen verheerender Regenfälle der vergangenen Tage. Rund 200.000 Menschen seien aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen, sagte der Premierminister von New South Wales, Dominic Perrottet. Für Hunderttausende weitere Anwohner seien Evakuierungswarnungen ausgegeben worden.

»Die Bürger wachen heute Morgen mit dem Bild auf, dass ein Großteil unseres Bundesstaates unter Wasser steht«, sagte Perrottet und warnte, dass »die Lage hier in unserer Region noch schlimmer wird, bevor sie sich bessert«. Die Notdienste teilten mit, sie seien innerhalb von 24 Stunden zu mehr als dreitausend Einsätzen gerufen worden, darunter auch in der Millionenmetropole Sydney. Warnungen vor weiterem sintflutartigem Regen rund um Sydney hoben die Meteorologen aber am Nachmittag (Ortszeit) auf.

Wasser richtet Verwüstung an

Einige Gebiete westlich von Sydney entlang der Flüsse Hawkesbury und Nepean, die durch die westlichen Vororte der Stadt fließen, wurden jedoch von starken Überschwemmungen betroffen. In der historischen Stadt Windsor wurde eine Brücke von den schlammigen Wassern des Hawkesbury überschwemmt und damit der Zugang zu Häusern und Farmen abgeschnitten.

Besonders betroffen von den Unwetterfolgen war die Stadt Lismore, die die schlimmsten Überflutungen in ihrer Geschichte verzeichnete. Hier waren am Donnerstag die Aufräumarbeiten im Gange. Zahlreiche Gebäude, Geschäfte und Straßen sind zerstört. Auch Bürgermeister Steve Krieg hat alles verloren: Sein Haus und sein Lebensmittelgeschäft wurden von den Wassermassen verwüstet. »Überall in dieser Stadt gibt es gebrochene Herzen, so wie meins«, sagte er.

Annastacia Palaszczuk: »Dies sind beispiellose Zeiten«

Auch im angrenzenden Queensland werde die Situation noch mindestens 24 bis 48 Stunden gefährlich bleiben, sagte die Premierministerin des Bundesstaates, Annastacia Palaszczuk und fügte hinzu: »Dies sind beispiellose Zeiten. Ich habe mein ganzes Leben in Brisbane gelebt, und ich habe noch nie solche Stürme und Überschwemmungen erlebt.«

Bei den historischen Überflutungen sind bislang mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, zehn in Queensland und drei in New South Wales. Auslöser für das Extremwetter war ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet. In einigen Gegenden hatte es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr.

bbr/dpa/AFP