Evakuierung von Vororten Buschbrände bedrohen Melbourne

Zehntausende Menschen müssen sich aus den Vororten der zweitgrößten Stadt Australiens vor den Buschbränden in Sicherheit bringen. In New South Wales starb ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz.
Teilerfolg der Feuerwehr: Die Flammen in Melbournes Vorort Bundoora wurden vorübergehend zurückgedrängt

Teilerfolg der Feuerwehr: Die Flammen in Melbournes Vorort Bundoora wurden vorübergehend zurückgedrängt

Foto: AAP Image /Ellen Smith/ REUTERS

Die verheerenden Buschbrände in Australien bedrohen jetzt auch Melbourne. Am Montag rief die Feuerwehr laut der Nachrichtenagentur AFP rund 100.000 Bewohner von fünf Vororten der zweitgrößten Stadt des Landes auf, sich in Sicherheit zu bringen.

In Bundoora, nur rund 16 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Melbourne, konnten Feuerwehrleute einen Buschbrand vorläufig zurückdrängen. Das Feuer ist nach Angaben der Einsatzkräfte aber weiterhin nicht unter Kontrolle. Fernsehbilder zeigten, wie Löschflugzeuge vorsorglich Wasserladungen über Wohngebieten niedergehen ließen und Bewohner ihre Häuser mit dem Gartenschlauch abspritzten, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

In New South Wales im Südosten des Landes starb ein Feuerwehrmann, als ein Löschfahrzeug von einem starken Windstoß umgeworfen wurde. Zwei Kollegen wurden verletzt. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer durch die Brände auf mindestens zehn.

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. New South Wales ist besonders stark betroffen. Allein in dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat Australiens ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Fast 1000 Häuser wurden zerstört.

Dutzende Brände wüteten am Montag auch in der TouristenregionEast Gippsland östlich von Melbourne. Urlauber und Bewohner, die den Evakuierungsaufrufen bisher nicht gefolgt seien, drohten von den Flammen eingeschlossen zu werden, warnte der Katastrophenschutz: Es sei nun "zu spät, um zu gehen", sage Katastrophenschutzchef Andrew Crisp. Die Flammen bedrohten die einzige große Ausfallstraße.

Einige der Brände in East Gippsland waren so heftig, dass Hunderte Feuerwehrleute abgezogen wurden. Es sei für sie zu gefährlich, in dem Buschland zu bleiben, sagte Einsatzleiter Ben Rankin.

Auch im benachbarten Bundesstaat South Australia ist die Lage weiter angespannt. Es drohe ein "sehr gefährlicher" Tag mit Gewittern, die zahlreiche Blitze, aber keinen Regen bringen sollten, sagte Feuerwehrchef Brenton Eden.

Die australische Hauptstadt Canberra sagte wegen der Brandgefahr ein geplantes Silvesterfeuerwerk ab. Die Metropole Sydney hält trotz der Brandgefahr an ihrem traditionellen Riesenfeuerwerk fest - obwohl mehr als 270.000 Menschen in einer Petition forderten, die Ausgaben für die Veranstaltung lieber zur Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren und betroffenen Landwirte zu spenden.

Für Dienstag erwarten Meteorologen im Westen Sydneys Temperaturen von bis zu 44 Grad, in einigen Städten im Inneren des Landes sollen die Temperaturen gar auf 45 Grad klettern. Entscheidend für die Brandgefahr ist die langanhaltende Trockenheit. Dazu soll es Unwetter mit starken Winden und einzelnen Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern geben.

bbr/AFP/dpa