Buschbrände in Australien Von Feuerwehr gelegtes Feuer gerät außer Kontrolle

Fast 400.000 Hektar brennen - und auch unkonventionelle Maßnahmen schlagen fehl: Nahe Sydney haben Einsatzkräfte ein sogenanntes Gegenfeuer gelegt. Das löste jedoch kein Problem, sondern schuf neue.
Feuerwehrmann in Kulnura: Australien ist mit einer Feuerkatastrophe konfrontiert

Feuerwehrmann in Kulnura: Australien ist mit einer Feuerkatastrophe konfrontiert

Foto: Sam Mooy/ Getty Images

Im Kampf gegen einen großen Buschbrand im Osten Australiens ist ein von der Feuerwehr gelegtes Gegenfeuer außer Kontrolle geraten. Bei der Aktion zur Bekämpfung des sogenannten Gospers-Mountain-Feuers rund 70 Kilometer nordwestlich von Sydney seien bis zu 20 Grundstücke beschädigt oder zerstört worden, wie die Feuerwehr des Bundesstaats New South Wales mitteilte.

Der auch als Megafeuer bezeichnete Brandherd hat laut Feuerwehr eine Größe von 396.000 Hektar erreicht und Teile mehrerer Nationalparks erfasst. In ganz New South Wales kämpfen derzeit etwa 2000 Feuerwehrleute gegen 108 Brände. Für einen Großteil des Bundesstaats sagte das Wetteramt zudem schwere Hitzewellen voraus.

Seit Wochen liegt wegen der Buschfeuer dichter Rauch über Sydney. Die Luftverschmutzung ist laut Behörden elf Mal schlimmer als der offiziell als "gefährlich" geltende Wert.

Video: Sydney verschwindet im Rauch

SPIEGEL ONLINE

In einer gemeinsamen Mitteilung forderten nun mehr als zwei Dutzend Interessengruppen, die Ärzte und andere Angestellte im Gesundheitswesen vertreten, die Regierungen des Bundesstaats und auf Bundesebene auf, Maßnahmen gegen die "Gesundheits- und Klimakrise" zu ergreifen: "Es gibt keinen sicheren Grad der Luftverschmutzung", hieß es darin.

Seit Oktober haben die Buschbrände nach Angaben der Behörden etwa 2,7 Millionen Hektar Land verbrannt. Mindestens sechs Menschen kamen landesweit ums Leben. Mehr als tausend Häuser wurden zerstört.

mxw/dpa