Tier macht Sachen Die Wolle muss ab

AFP PHOTO/ RSPCA

In der Nähe der australischen Hauptstadt Canberra ist ein verwildertes Merino-Schaf eingefangen worden, das extrem viel Wolle auf dem Leib hat. Einer der besten Scherer des Landes soll nun zur Rettung schreiten - der Einsatz birgt hohe Gefahren für das Tier.

Es sei "eindeutig eines der größten Schafe, das wir je gesehen haben", sagte die örtliche Leiterin der Tierschutzorganisation RSPCA, Tammy Ven Dange. Durch die riesige Menge Wolle sei das Tier vier- bis fünfmal größer als gewöhnlich.

Laut der australischen Zeitung "Canberra Times" fing ein Team aus fünf Männern und Frauen das Schaf ein. Laut RSCPA drohen dem Tier aufgrund der Wolllast schwere gesundheitliche Schäden - bis hin zum Tod.

Die einzige Rettung sehen die Tierschützer in einer Schur. "Es nicht zu scheren, wäre grausam", sagte Ven Dange. Es könnten schlimme Dinge unter dem Fell stecken, doch erstmal müsse man dahin vordringen. Auch die Schur sei nicht ungefährlich: Nach so langer Zeit ohne Kontakt zu Menschen könnte das Tier einen Schock erleiden und sterben, so Ven Dange. Deshalb werde es vorher betäubt.

Die Tierschutzorganisation appellierte an geübte Schafscherer, das Tier zu retten. Daraufhin meldete sich unter anderem der australische Landesmeister im Scheren, Ian Elkins. "Sie haben mir ein Foto geschickt, und ich habe niemals so viel Wolle auf einem Schaf gesehen", sagte er. Die anstehende Schur, die ein bis zwei Stunden dauern werde, könnte "eine meiner größten Herausforderungen werden".

Laut Ven Dange reagiert das bisher unbenannte Schaf nervös auf die Gegenwart von Menschen: "Es ist im Moment total gestresst." Und der Trubel könnte noch größer werden. Rekordhalter Shrek erlangte mit seiner Wolllast in Neuseeland Berühmtheit. Das Merino-Schaf brachte 27 Kilogramm auf die Waage. Schon werden Vergleiche zu dem jetzigen Fund in Australien gezogen.

Merino-Schafe seien darauf gezüchtet, viel Wolle zu produzieren, erklärte Ven Dange. Normalerweise wächst die Wolle rund sieben Zentimeter im Jahr. Das lässt darauf schließen, dass das Tier mehrere Jahre in der Wildnis verbrachte. Oder, wie Ven Dange es ausdrückt: "Mit Sicherheit war der Arme schon sehr lange auf sich allein gestellt."

brk/AFP

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