Heftige Überschwemmungen in Australien »So etwas haben wir hier noch nie gesehen«

Starkregen hat in Australien »katastrophale Fluten« ausgelöst: Zehntausende Gebäude wurden beschädigt, Tausende Menschen mussten vor den Wassermassen fliehen. Mindestens acht Personen starben.
Überschwemmungen in Lismore: Bewohner werden mit Booten gerettet

Überschwemmungen in Lismore: Bewohner werden mit Booten gerettet

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JASON O’BRIEN / EPA

Extremer Regen hat die schweren Überschwemmungen im Osten Australiens weiter verschärft. Viele Menschen – vor allem rund um die Stadt Lismore im Bundesstaat New South Wales – seien vor den schnell steigenden Wassermassen auf die Dächer ihrer Häuser geflohen und warteten dort auf Hilfe, sagte der australische Premierminister Scott Morrison. Er sprach von einer »Krisensituation« und wollte noch im Laufe des Tages mit den Notfallbehörden des Landes über das weitere Vorgehen beraten.

Der Bürgermeister von Lismore, Steve Krieg, beschrieb die Situation als »beispiellos« und »lebensbedrohlich«. Mehr als 15.000 Menschen in der Region wurden demnach bereits vor den Überflutungen in Sicherheit gebracht. »So etwas haben wir hier in der Gegend noch nie gesehen«, zitierte die australische Nachrichtenagentur AAP den Bürgermeister. Bei den Behörden gingen verzweifelte Hilferufe ein – auch über soziale Netzwerke.

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Überschwemmungen in Australien

Foto: Jason O'brien / dpa

Zahlreiche Rettungskräfte versuchten unter schwersten Bedingungen, die Menschen vor Einbruch der Dunkelheit von den Dächern in Sicherheit zu bringen, wie der Sender 9News  berichtete. »Dutzende Menschen sind vom Wasser eingeschlossen – sie können nicht entkommen, es sei denn, sie werden mit einem Boot gerettet«, hieß es. Einige Anwohner hätten Löcher in ihre Dächer geschlagen – der einzige Fluchtweg, als ihre Häuser mit Wasser vollliefen. Teilweise stehe das Wasser bis zur Decke.

Eine Entspannung der Lage ist noch nicht in Sicht: Meteorologen sagten für die nächsten Tage weitere Regenfälle voraus.

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Nassester Sommer seit 30 Jahren

Auch in Australiens größter Stadt Sydney war es zuletzt zu Überschwemmungen gekommen – Meteorologen zufolge war es der nasseste Sommer in der Metropole seit 30 Jahren.

Im angrenzenden Bundesstaat Queensland stieg die Zahl der Todesopfer derweil auf acht. Drei Menschen werden Polizeiangaben zufolge noch vermisst. Besonders schlimm betroffen waren die Millionenmetropole Brisbane und die Städte Gympie und Maryborough sowie Gebiete entlang der Sunshine Coast.

Brisbane: Boote und Trümmer im Fährhafen

Brisbane: Boote und Trümmer im Fährhafen

Foto: Darren England / dpa

In einigen Gegenden habe es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr, hieß es. Zehntausende Gebäude seien von den »katastrophalen Fluten« beschädigt oder zerstört worden. Mehr als 50.000 Haushalte waren den Angaben zufolge ohne Strom. Hunderte Schulen blieben geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Züge und Fähren stellten den Dienst ein.

Auslöser für das Extremwetter ist ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet.

Australien leidet besonders unter dem Klimawandel. Mitte Januar ächzten weite Teile von Down Under noch unter einer erbarmungslosen Hitzeglocke. Im Westen des Landes wurden dabei Werte von teilweise mehr als 50 Grad Celsius verzeichnet.

Bereits im vergangenen Jahr war der Nordosten Australiens zu dieser Jahreszeit von ungewöhnlich schweren Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht worden.

wit/dpa
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