Roadtrip durch Australien Kinder büxen mit Auto aus - und fahren tausend Kilometer

Die jüngste Insassin war erst zehn: In Osten Australiens haben sich vier Heranwachsende auf eine gefährliche Tour durchs Land gemacht - im Gepäck: Geld und Angeln. Jetzt beschäftigt der Fall die Polizei.


Vier Kinder sind allein mit einem Auto etwa tausend Kilometer durch Australien gefahren. Ein 14-jähriger Junge, zwei 13-Jährige und eine Zehnjährige schnappten sich am Samstag in ihrem Heimatort Rockhampton das Allradauto der Familie von einem der Heranwachsenden und fuhren einfach los, wie die Polizei mitteilte.

Die vier packten Geld und Angeln ein und fuhren durch den Bundesstaat Queensland Richtung Süden. Erst am Sonntagabend wurden sie in der Stadt Grafton im Bundesstaat New South Wales von Polizisten gestoppt - fast tausend Kilometer südlich von Rockhampton.

Einsichtig waren die Ausreißer dann aber nicht: Sie sperrten sich im Wagen ein, wie die Behörden mitteilten. Die Polizisten hätten das Auto gewaltsam öffnen müssen und nahmen die vier Ausreißer fest. Eines der Kinder hinterließ der Polizei zufolge einen Brief - über dessen Inhalt ist nichts bekannt.

Was genau das Ziel der Kinder war, ist unklar - ebenso wie die Frage, wer den Wagen fuhr. Die Polizei geht aber davon aus, dass sich die Gruppe am Steuer abwechselte. Auf ihrer Tour sollen die vier an einer Tankstelle Benzin gestohlen haben. Wer die Idee für den Roadtrip hatte, war unklar. Klar ist immerhin, warum die vier vermutlich nach Grafton fuhren: Einer der Jungen stammt aus dem Ort.

mxw/AFP/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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ich-sag-mal-so... 15.07.2019
1. Nette Geschichte
...wann kann man sich das als Roadmovie im Kino anschauen?
Gluehweintrinker 15.07.2019
2. Fahrtalent muss man feststellen. Und Chuzpe.
Wenn man an ähnlich gelagerte Fälle zurückdenkt, bei denen Kinder oder Jugendliche den elterlichen PKW für eine Spritztour zu benutzen versuchten, mag man sich wundern, warum diese Aktion nicht schon nach wenigen hundert Metern mit einem Unfall endete. Haben die Eltern ihre Kinder als vermisst gemeldet und falls ja, wie lange nach dem verschwinden? Geht man davon aus, dass sie die 1.000 km nicht in einem Stück gefahren sind, muss man mit zwei Tagen rechnen, nehme ich an. Merkwürdig auch, dass offenbar anderen Autofahrern das Kindergespann nicht auffiel - und getankt haben müssen sie wohl auch mal zwischen drin. Vielleicht kommt hier auch ein gewisses Desinteresse zum Tragen. Was die Gafferei auf der einen Seite, ist heute doch eine latente Egal-Haltung nach dem Motto "Was soll ich mich darum kümmern, das wird schon OK sein, und dann kann ja auch ein anderer was machen."
stefan.anton 15.07.2019
3. Hahaha
Hahahaha! Natürlich ist das illegal, aber ich kann mich eines Lachers und einer gewissen Sympathie für die Gruppe nicht erwehren. Ich habe selbst einige Jahre in der Gegend gewohnt, und zwar in Brisbane, der einzigen grossen Stadt zwischen Rockhampton und Grafton, ca 600 km von Rockhampton entfernt. Bin auch selbst schon die Strecke zwischen Rockhampton und Brisbane gefahren. Man fährt da stundenlang über recht gut ausgebaute Land- und Schnellstrassen, durch hügelige Gegenden, das einzige was oft zu sehen ist, sind ein paar Kühe. Keine besonderen Anforderungen and den Fahrer oder die Fahrerin. Rockhampton liegt somit ziemlich isoliert. Übertragen auf Deutschland stelle man sich Düren vor, auf halbem Weg zwischen Köln und Aachen, und etwa die gleiche Grösse wie Rockhampton. Die nächste Stadt in südliche, östliche oder westliche Richtung, die grösser als Düren ist, wäre dann München! Das könnte vielleicht erklären warum es dem jungen Mann aus Grafton nicht so schwer fiel die übrigen drei zu einer "Spritztour" zu überreden. Wenn das so war, hoffe ich das die Polizei nicht allzu streng mit der Gruppe umgeht.
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