Australien Nackte Strandbesucher fliehen vor Rehwild, verlaufen sich und müssen Coronastrafe zahlen

Zwei Männer aus Sydney haben der örtlichen Polizei einen skurrilen Grund für die Verhängung eines Bußgeldes geliefert. Der Polizeipräsident nannte sie »Idioten«, die »sich schämen sollten«.
Der Royal National Park, südlich von Sydney

Der Royal National Park, südlich von Sydney

Foto: GREG WOOD/ AFP

Bußgelder wegen Verstößen gegen die Coronaregeln sind nichts Ungewöhnliches, doch zwei Männer aus Sydney haben sich einen äußerst seltsamen Fauxpas geleistet.

Wie die örtliche Polizei mitteilte , hatten die beiden am Sonntagabend den Notruf gewählt, da sie sich im Royal National Park in Otford verlaufen hätten. Die Einsatzkräfte fanden den 30-Jährigen mitten im Buschland mit Ausnahme eines Rucksacks komplett nackt vor und den 49-Jährigen mit spärlicher Bekleidung.

1000 Dollar Bußgeld

Nach eigener Aussage waren die beiden zuvor an einem entlegenen Strand Nacktbaden gewesen, als sie dort plötzlich von Rehwild überrascht wurden und in die Büsche flüchteten.

Ihre missliche Lage wurde noch dadurch verschlimmert, dass beide 1000 australische Dollar (etwa 635 Euro) Bußgeld zahlen mussten. In Sydney gilt aufgrund der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus aktuell ein Lockdown, wonach Anwohner das Umland der Stadt nicht verlassen dürfen.

»Es ist schwierig, gesetzlich gegen Idioten vorzugehen«, sagte Mick Fuller, Polizeipräsident der Region New South Wales, bei einer Pressekonferenz am Montag . »Menschen dadurch zu gefährden, dass man ohne guten Grund sein Zuhause verlässt und zusätzlich noch durch einen Rettungseinsatz Ressourcen von der Pandemiebekämpfung zu entziehen – ich finde, sie sollten sich schämen.«

Die Menschen aus dem Großraum Sydney sowie einigen nahegelegenen Gemeinden sind aufgefordert, in den kommenden zwei Wochen nur für notwendige Besorgungen, medizinische Dienstleistungen und Sport aus dem Haus zu gehen. Mehr als fünf Millionen Menschen sind von dem Lockdown betroffen.

Bisher ist Australien vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen. Eine nahezu komplette Schließung der Außengrenzen im März 2020 und rasche Lockdowns bei vereinzelten Ausbrüchen haben die Zahlen niedrig gehalten. Dafür verläuft die Impfkampagne im Land sehr schleppend, was nun zum Problem wird.

zob
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.