Australien Wegen Hitler-Meme entlassen - BP-Mitarbeiter bekommt Entschädigung

Inwieweit darf man sich über seinen Arbeitgeber lustig machen? Ein BP-Mitarbeiter gewann einen monatelangen Rechtsstreit, der sich um einen kurzen Clip aus dem Film "Der Untergang" drehte.
BP-Raffinerie im australischen Kwinana

BP-Raffinerie im australischen Kwinana

Foto: Bloomberg via Getty Images

Der Konzern BP feuerte 2019 einen Mitarbeiter einer Raffinerie in Australien, weil er sich mit einem Hitler-Meme über das Management lustig gemacht haben soll. Nun erhält der Mann eine Entschädigung von mehr als 200.000 Australischen Dollar (rund 122.000 Euro).

Der Mitarbeiter hatte in einer geschlossenen Facebook-Gruppe ein Video gepostet, das eine Szene aus dem Drama "Der Untergang" zeigt. Der Film handelt vom Zweiten Weltkrieg und thematisiert auch die Geschehnisse im Führerbunker kurz vor Kriegsende. Die Untertitel in dem Clip waren durch einen anderen Dialog ersetzt worden. So sollte offenbar ein BP-Manager parodiert werden, der sich bei Gehaltsverhandlungen aufregt.

"Höchst beleidigend und unangemessen"

BP entließ den Mann im Januar 2019. Der Konzern bezeichnete das Video als "höchst beleidigend und unangemessen". Dieser ging jedoch gegen seine Entlassung vor - zunächst erfolglos.

Die höhere Instanz entschied dann jedoch, dass er zu Unrecht seinen Arbeitsplatz verloren hatte. Der Mann hatte argumentiert, er habe niemanden beleidigen wollen, das Video sei humorvoll gemeint gewesen. Außerdem sei in dem Clip niemand zu identifizieren gewesen. BP scheiterte im Mai auch mit einer Berufung.

Am Montag sprach das zuständige Gericht, die Fair Work Commission FWC, dem Mann nun 201.394 Australische Dollar zu. Diese Summe soll seinen Verdienstausfall decken. BP kündigte an, die Entscheidung überprüfen zu lassen.

Die Gewerkschaft Australian Workers Union zeigte sich hingegen zufrieden: "Auch wenn sie das völlig unnötige Drama und den Herzschmerz, den Herr T. durchlebt hat, nicht wettmacht, sind wir mit der Entscheidung der Kommission einverstanden", hieß es in einer Erklärung.

bbr/Reuters
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