Feuerkatastrophe Australien mobilisiert 3000 Reservisten

Es ist der erste Pflichteinsatz für Reservisten in der Geschichte Australiens: Im Kampf gegen die verheerenden Buschbrände müssen Tausende zusätzliche Kräfte einrücken. Die Temperaturen sollen am Wochenende auf 46 Grad steigen.
Mitarbeiter der Forest Corporation entrollt einen Feuerwehrschlauch in der Nähe von Moruya

Mitarbeiter der Forest Corporation entrollt einen Feuerwehrschlauch in der Nähe von Moruya

Foto: Rick Rycroft/ DPA

Angesichts der verheerenden Buschbrände zieht Australiens Regierung Reservisten der Armee zur Bekämpfung der Flammen hinzu.

Er werde bis zu 3000 Einsatzkräfte mobilisieren, sagte Premierminister Scott Morrison. Nach Regierungsangaben ist es der erste Pflichteinsatz für Reservisten in der Geschichte des Landes.

Dazu ist ein drittes Kriegsschiff unterwegs, das helfen soll, Menschen aus Küstenstädten zu evakuieren. Militärstützpunkte sollen als Notunterkünfte dienen. Und die Regierung will 20 Millionen australische Dollar zur Verfügung stellen, um vier zusätzliche Löschflugzeuge zu leasen.

"Die heutige Entscheidung bringt mehr Füße auf die Erde, mehr Flugzeuge in die Luft und mehr Schiffe auf See", sagte Morrison, der wegen seiner langsamen Reaktion auf die Brände in der Kritik steht.

Morrison war zunächst in den Urlaub nach Hawaii geflogen. Er gilt als Kohleförderer, sieht die Brände als reine Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik deswegen zu ändern. Bei einem Besuch der halb zerstörten Stadt Cobargo am Freitag war er ausgebuht worden.

SPIEGEL ONLINE

Hunderte Millionen tote Tiere

Australien wird seit Monaten von Buschbränden heimgesucht. Mindestens 21 Menschen kamen seit September ums Leben, zuletzt starben auf der Känguru-Insel, einem beliebten Urlaubsziel im Bundesstaat South Australia, zwei Menschen.

Tausende Menschen mussten aus mehr als zwei Dutzend Küstenstädten im Südosten des Landes in Sicherheit gebracht werden. Den Behörden zufolge war es die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Australiens in Friedenszeiten. Hunderte Häuser und Gebäude sowie eine Fläche von der anderthalbfachen Größe Belgiens sind zerstört.

Die Folgen für die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Kontinents sind ebenfalls verheerend. Experten schätzen, dass allein in dem besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales bereits fast eine halbe Milliarde Tiere in den Flammen ums Leben gekommen sind.

Am Wochenende könnte sich die Lage weiter zuspitzen: Am Samstag werden Temperaturen von bis zu 46 Grad erwartet. Experten fürchten, dass die Hitze und Trockenheit sowie mögliche Blitze neue Feuer entfachen.

ssu/AFP/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.