Australischer Milliardär Clive Palmer plant "Titanic"-Neubau

Sie soll genau so luxuriös sein wie das Original, zugleich aber mit modernster Technik versehen werden: Der australische Milliardär Clive Palmer will die "Titanic II" bauen lassen. Die Route für die Jungfernfahrt steht bereits fest.

AFP/SOUTHAMPTON CITY COUNCIL

Canberra - Clive Palmer gehört zu den reichsten Männern Australiens. Sein Vermögen wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Der 58-Jährige ist Direktor und Eigner eines großen Bergbaukonzerns (Mineralogy) - aber zunehmend auch im Tourismusgeschäft aktiv. Und in diesem Bereich plant er offenbar ein aufsehenerregendes Projekt: Palmer will in vier Jahren einen Nachbau der "Titanic" in See stechen lassen.

Eine entsprechende Übereinkunft habe er mit dem staatlichen chinesischen Schiffbaukonzern CSC Jinling Shipyard getroffen, sagte Palmer. Die Jungfernfahrt soll die "Titanic II" demnach von England nach New York führen. Das Kreuzfahrtschiff werde genau so luxuriös sein wie das Original, aber zugleich mit modernster Technik ausgestattet werden, so Palmer.

Die Ankündigung des Milliardärs kommt nur gut zwei Wochen nach dem 100. Jahrestag der "Titanic"-Katastrophe. Das Schiff war am 14. April 1912 auf seiner Jungfernfahrt vom britischen Southampton nach New York mit einem Eisberg kollidiert und gesunken. Rund 1500 Menschen starben. Der Untergang des damals größten und modernsten Passagierschiffs der Welt wurde über die Jahrzehnte zum Mythos. Die Original-"Titanic" war im nordirischen Belfast gebaut worden.

840 Kabinen auf neun Decks

Schon seit einiger Zeit waren laut BBC Pläne des Australiers bekannt, eine Flotte von Luxuslinern aufbauen zu wollen. Die "Titanic II" könnte zum Flaggschiff dieser Flotte werden. Die Kosten für den Neubau des legendären Dampfers seien nicht bekannt, sagte ein Sprecher des Milliardärs. Insgesamt seien vier Luxusliner für das neu gegründete Unternehmen Blue Star Line vorgesehen.

Angst, dass die verhängnisvolle Geschichte der "Titanic" Passagiere abschrecken könnte, hat Palmer offenbar nicht. "Natürlich wird das Schiff sinken, wenn man ein Loch hineinbohrt", antwortete er auf die Frage von Reportern, ob die "Titanic II" auch untergehen werde. Aber das 270 Meter lange, 53 Meter hohe und rund 40.000 Tonnen schwere Schiff werde mit den besten Navigations- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Geplant seien neun Decks mit 840 Kabinen sowie mit Sporthallen, Schwimmbädern, Büchereien und Spitzenrestaurants. Für ihn sei das Projekt ein Tribut an die Frauen und Männer, die an der ersten "Titanic" gearbeitet hätten, so Palmer.

Nahezu zeitgleich mit der Ankündigung des "Titanic"-Nachbaus wurde zudem bekannt, dass Palmer gerne bei den kommenden Parlamentswahlen im australischen Bundesstaat Queensland antreten würde. Möglicherweise erhofft sich der 58-Jährige mit dem Mythos "Titanic" im Wahlkampf zu punkten. Der Milliardär hatte sein Vermögen mit Immobilien an der Gold Coast in Australien aufgebaut, bevor er in den Bergbau einstieg. In der Politik ist er seit Mitte der achtziger Jahre aktiv.

wit/dapd

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